Leute, mir geht es gut

Nachdem mich nach meinem letzten Blogeintrag der ein oder andere gefragt hat, ob alles in Ordnung sei und, ob es mir wirklich gut geht, kann ich euch versichern, ja mir geht es gut! Ich lebe und alles ist in bester Ordnung in good old Lisbon. Ich habe gerade mein Handy aufgeladen, habe meine transportationcard für den Monat aufgeladen/bezahlt und bin noch in den 1-Euro-Shop gesteppt um Klopapier zu besorgen. Das alles bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und luftig, leichten 18 Grad 🙂 Es läuft also bei mir, um es mal im Jugendwort des Jahres auszudrücken. Die Wäsche ist auch in der Maschine und kann, dank bestem Wetter, auch wieder draußen aufgehängt werden. Mit den Jungs vom 1-Euro-Shop hatte ich auch wieder nen netten Plausch. Der eine spricht Englisch, so mehr oder weniger und der andere nur Portugiesisch, was ihn allerdings nicht davon abhält in einer Tour Schwachsinn zu labern und einen jedes mal aufs neue zu fragen, ob er und ich nicht irgendwie zusammen….. er ist verrückt, aber super lustig und es macht jedes mal wieder Spaß im Laden vorbei zu schauen und den beiden „Hallo“ zu sagen.

Und ein bisschen ist es in mir, wie auf See. Ab und an, ist ganz schöner Seegang und so wie die Wellen auf und ab gehen, ist es auch in mir ein Auf und Ab.

Also Freunde, macht euch keine Sorgen, alles gut. Schreiben ist nun mal mein Ventil und, obwohl ich stets ein fröhlicher und gut gelaunter Mensch bin, habe auch ich manchmal echt traurige, miese Gedanken. Ja und die müssen einfach raus. Schreiben hilft mir beim Nachdenken. Wenn andere Joggen gehen oder Eiscreme futtern, bis sie platzen, setze ich mich hin und schreibe alles auf, was in meinem Kopf herum fliegt. Und ein bisschen ist es in mir, wie auf See. Ab und an, ist ganz schöner Seegang und so wie die Wellen auf und ab gehen, ist es auch in mir ein Auf und Ab. Ein Tag Heiterkeit und unbändige Energie, ein Tag super depressive Stimmung. Aber so läuft das einfach und ich denke das hat jeder, dass er an einem Tag super überzeugt von etwas ist und am anderen alles in Frage stellt. Und da ich die 6 Monate hier nutze, um über mein Leben und meine Zukunft nachzudenken, also es quasi echt um mich geht, hört sich das manchmal krass an. Da ich nicht meinen Job, die Überlegung ein Haus zu kaufen, oder die Beziehung zu jemandem in Frage stelle. Nein, ich stelle mich in Frage und manchmal ist es hart, aber die meiste Zeit versuche ich einfach die Dinge passieren zu lassen und zu lächeln. Ja und heute klappt das ziemlich gut 🙂

Freitag

Irgendetwas stimmt nicht. Ich stand gerade unter der Dusche und hatte auf einmal so ein, keine Ahnung nicht wirklich ein Down-Gefühl, aber irgendwie habe ich mir selbst in meinem Kopf gesagt „du bist nicht glücklich“. Ich habe die Dusche ausgemacht, meine Stirn an die kalten, nassen, weißen Fließen gelehnt und stand einfach nur da. 1 Minute, 2 Minuten, 3. Dann habe ich das Wasser wieder angedreht. Eigentlich war ich schon längst fertig, aber vielleicht habe ich gehofft, dass mit dem Wasser aus der Leitung auch die Glückseligkeit wieder kommt. Keine Ahnung. Woran ich erkenne, dass irgend etwas nicht stimmt? Es ist Freitag und ich habe keine große Lust zu feiern. „Ja, come on, man muss auch nicht immer Party machen“, würde meine beste Freundin jetzt sagen, aber ich bin normalerweise diejenige, die Montags schon das nächste Wochenende plant. Tanzen, viele Menschen, sich amüsieren. Da fühle ich mich wohl, im Trubel, in der Ausgelassenheit. Die Tatsache, dass es so viele Dinge gibt, die ich gerne los werden würde, die ich an mir nicht mag, die ich gerne ändern würde, nagt wohl doch etwas an mir. In Braga ist mir das erst einmal bewusst geworden und jetzt habe ich den Salat. Heute morgen wollte ich Laufen gehen, habe ich nicht gemacht. Gestern wollte ich morgens ins Einkaufszentrum fahren, habe ich nicht gemacht. Stattdessen hänge ich nur in meinem Bett rum. Ja, Herr Gott, ich bin faul! Und es nervt mich, aber es ist so schwer, es nicht zu sein….. Ich fühle mich ein bisschen wie Carrie Bradshaw in Sex and the City. Eigentlich soll sie eine Kolumne über Liebe, Sex, Beziehungen und das Leben in New York schreiben und um sie herum passieren so viele verrückte Dinge, doch im Grunde genommen rennt sie doch Staffel für Staffel nur Mister Big hinterher. Genauso soll ich Lissabon entdecken und möglichst viel sehen und erleben, doch irgendwie sitze ich doch nur in meinem Bett rum.

Heute Abend starten Tida und ich unsere Deutschstunde. Wir wollen allen, die Lust haben, jeden Freitagabend eine Stunde lang deutsch Unterricht geben. Dafür haben wir gestern extra Plakate gemalt und in Batoto Yetu aufgehängt. Ich bin gespannt, wie es wird und vielleicht habe ich heute Abend auch wieder Lust feiern zu gehen und die Welt unsicher zu machen 🙂

Winterschlaf und die Welt entdecken

Mein Blog hat Winterschlaf gehalten. Ja, ziemlich langen, tiefen, festen Schlaf. Und ich selbst vielleicht auch ein wenig. Ich hatte nicht wirklich Heimweh, aber die große Sehnsucht, dass mein Leben hier genauso sein könnte, wie zuhause. Genauso viele Freunde, immer was los, immer was zu tun, irgend ein Ereignis, ne Hausparty, ein Brunch ist immer. Ja so habe ich mir das hier gewünscht. Denn nach 2 Monaten in Lissabon kenne ich noch nicht so viele Menschen, wie ich mir das wünsche, beziehungsweise lerne mal Leute kennen, die zuverlässig sind. Aber ja es wird und jeder sagt mir immer ich bin ungeduldig. Ja, jetzt, sofort, ich will es! So bin ich nun mal und ich muss mich immer wieder damit abfinden, dass die Welt nun mal langsamer ist als mein Wille.

Es ist echt viel passiert und ich habe viel erlebt, trotz psychischem und leichtem physischem Tiefschlaf. Und so sitze ich gerade im Waschsalon, habe meine Wäsche im Trockner, eine viel zu kurze, schwarz-grau geringelte Leggings an und meinen Laptop auf dem Schoß. 30 Minuten Zeit um mal aufzuschreiben, was so passiert ist. Auf der Arbeit haben wir Zuwachs bekommen. Magdalena ist Italienerin und Deutsche, studiert in Berlin und hat sich für ein halbes Jahr in Lissabon an der Uni eingeschrieben. Eigentlich wollte sie nur einen Monat bleiben, um Portugiesisch zu lernen, aber schon nach 2 Wochen war ihr klar, dass sie länger bleiben muss. Jeder der schon mal in Lissabon war, wird verstehen warum. 😉 Also hat sie sich an der Uni eingeschrieben und spontan bei Batoto Yetu um eine Praktikumsstelle beworben. Da sie schon super portugiesisch kann, hilft sie uns bei der Arbeit mit den Kids und auch so gehen wir am Wochenende mal gemeinsam weg, ziehen durch Bairro Alto und haben Spaß.

Jeden Tag habe ich eine neue Idee und schmeiße eine andere über den Haufen

Tida und ich waren letzte Woche in Braga, im Norden von Portugal. 6 Tage lBragaang hatten wir On-Arrival-Training von unserem EVS und es war wundervoll. Mit 40 anderen Freiwilligen aus ganz Portugal haben wir von morgens bis abends etwas über und für unsere Arbeit gelernt und ja, auch über uns selbst. Ich habe gelernt, dass ich ganz schön wenig weiß und es viele Dinge gibt, die ich gerne los werden würde. Das war ein bisschen frustrierend, aber so ist das Leben manchmal und so ist auch der Prozess. Der Prozess mich selbst und meinen Platz in der Welt zu finden. Jeden Tag habe ich eine neue Idee und schmeiße eine andere über den Haufen, klicke mich durch Internetseiten, auf der Suche nach Studiengängen, Praktika, Freiwilligendiensten. Mal bin ich in Portugal, England, Australien, in den Niederlanden. Jedes Mal mit dem immer wieder kehrenden Wunsch einfach eine Weltreise ohne Zeitlimit zu machen. Die Welt entdecken, Menschen und Kulturen erfahren, immer weiter gehen niemals wirklich stehen bleiben, und schon gar nicht an irgend einem Schreibtisch sitzen. Es gibt so viel zu sehen, so viele schöne Orte, warum sollte man sich diese entgehen lassen?

und genau in dieser Zeit habe ich gelernt, dass man jede Minute seines Lebens genießen soll, fühlen soll, glücklich sein soll. Das ist das Ziel

Ja, unglaubliches Fernweh macht sich in meinem Inneren breit und bei so manch einem stößt das auf Unverständnis. „Du bist doch schon im Ausland!“ Ja, aber ich will mehr. So wie es fast immer ist. Ich kann immer noch ein bisschen mehr, weiter, länger. Ich habe noch nicht genug und mein einziges momentanes Problem ist, dass Mami und Papi nicht so begeistert von der Tochter als Weltenbummlerin wären. Die Welt entdecken, das kannst du auch noch wenn du einen Abschluss hast. Und so eine Weltreise kann ich auch noch in 3, 4 Jahren machen (mit abgeschlossenem Bachelor). Aber das ist genau der Weg, wie ich nicht mehr denken wollte, nicht mehr denken kann. Später, später. Ja und dann, dann ist es zu spät. Dann kommt der Tag, an dem du feststellst, dass die Welt entdecken nicht mehr geht. Der Tag an dem genug Kraft haben, um dir die Socken selber anzuziehen schon ein Erfolg ist. Genau das habe ich schon erlebt und genau in dieser Zeit habe ich gelernt, dass man jede Minute seines Lebens genießen soll, fühlen soll, glücklich sein soll. Das ist das Ziel. Kein Abschluss. Kein Wohlstand. Ja vielleicht trägt das ganze auch zu meinem Glück bei, aber nicht jetzt. Nicht in diesem Moment.

Und während mir genau das, in eben diesem Moment wieder bewusst wird, laufen mir Tränen über die roten Wangen und draußen weht ein herrlicher, lauwarmer Herbstwind. Die Welt ist ein riesiges Buch und ich stecke noch im 2. Kapitel fest. Ich versuche weiter zu lesen, doch momentan sitze ich nur im Waschsalon über der Straße. In Lissabon. Meine Wäsche ist fertig, die 30 Minuten sind um.

Eine Welle voll Glück

Jetzt verstehe ich den Hype den alle Welt ums Surfen macht. Alter, ist das geil! Gestern morgen sind Tida und ich los nach Carcavelos. Jelena war dort letzten Samstag surfen und hatte mir den Flyer der Surfschool da gelassen. Und da vermutlich jeder mich fragen würde, warum zur Hölle ich in diesem halben Jahr kein einziges mal Surfen war, musste ich das Ganze wohl oder übel mal ausprobieren, damit ich sagen kann „Ja, habs mal gemacht. War nicht so mein Ding.“ Ich hätte ja echt nicht gedacht, dass ich darin ansatzweise gut bin…. Bin ja weder Skateboard, Longboard noch Snowboard (okay, einmal mit 10, aber das gilt nicht) gefahren.

aber wenn du dann stehst und auf der Welle surfst ist das ein so unfassbares Glücksgefühl. Du denkst die ganze Welt gehört dir

Rui unser Lehrer hat erst ein paar Aufwärmübungen gemacht (Laufen, Strechen), dann uns die drei Schritte zum auf dem Board stehen erklärt und die Sicherheitsregeln. Dann gings ins Wasser und die erste Welle hab ich mal eben im Sitzen erledigt. Aufstehen habe ich irgendwie nicht hinbekommen. Die 2. ebenfalls und dann hats mich einmal voll runter gehauen. Aber genau das habe ich wohl gebraucht um danach aufzustehen und bis zum Strand zu surfen. Klar, hilft dir der Lehrer, schubst dein Brett ordentlich und sagt wann du aufstehen sollst, aber wenn du dann stehst und auf der Welle surfst ist das ein so unfassbares Glücksgefühl. Du denkst die ganze Welt gehört dir 🙂 Ich wollte gar nicht mIMG_20141024_142924[1]ehr aufhören! Rui hat mich immer gefragt, ob ich müde bin oder alles in Ordnung ist und ich immer „Nein, los weiter geht’s!“ Das ganze natürlich auf portugiesisch, was er sehr sympathisch fand 😀 Tida war nicht ganz so erfolgreich wie ich und hat zwischen drin versucht sich mit chilligem, auf dem Brett, im Wasser treiben, davon zu stehlen :D, aber Rui hat sie erwischt, da mussten wir erst einmal alle lachen 😀

Und wenn ich in den Lissabonner-Morgen-Himmel schaue, ist eh alles gut und mein Herz glüht, wie die Sonne am Horizont

Als die Stunde zu Ende war und Rui aus dem Wasser ist, meinte er „Los, die letzte Welle machst du ohne mich!“ Hat nicht geklappt. Wann genau man da los muss, ohne das es zu früh, oder zu spät ist, hab ich nach meiner ersten Stunde surfen noch nicht raus, aber es wird definitiv nicht meine letzte Stunde gewesen sein! Ich habe meinen Sport gefunden, Freunde! Und so habe ich noch den ganzen gestrigen Tag auf einer quasi Glückswelle verbracht. So unglaublich happy und lebensfroh, nur am grinsen 🙂 Die Abgeschlagenheit, der letzten Tag war wie weggeblasen. Schon morgens beim Aufstehen wusste ich, ich bin wieder da! Das wird mein Tag, das wird mein Wochenende! Und wenn ich in den Lissabonner-Morgen-Himmel schaue, ist eh alles gut und mein Herz glüht, wie die Sonne am Horizont 🙂 Ich sollte öfters früh aufstehen, denke ich immer wieder. Nur um den Himmel zu sehen 🙂

Abends haben wir mit den älteren Jung in Batoto Yetu geredet, da diese ja unsere eigentliche Zielgruppe für unsere Arbeit in Batoto sind/bzw. Sein sollen. Hugo meinte schon, dass es echt schwer ist mit ihnen irgend etwas zu machen. Eigentlich hängen sie nur ab, spielen mal ne Runde Tischtennis (Ach, da habe ich mir übrigens gestern auch mal die Regeln erklären lassen und danach erfolgreich 11:0 verloren 😀 ) und das wars. Tida und ich haben gemeint, dass wir mit ihnen gemeinsam etwas organisieren wollen und nicht einfach, ohne ihren Input Dinge vorschlagen/machen werden. Vielleicht bekommen wir es so hin, dass die Boys auch mal was anders machen, außer Gammeln. Also saßen wir abends zusammen, haben geredet und dafür, dass wir dachten, dass sie so gar kein Interesse an der ganzen Sache haben, waren wir danach super positiv gestimmt, da echt ein paar Ideen von den Jungs kamen, was sie gerne mal machen würden. Hauptsächlich sportliche Sachen, wie ein richtiges Basketballteam, oder einen Wettkampf, bei welchem die verschiedenen Viertel gegeneinander antreten. Ob wir das ganze in die Tat umgesetzt bekommen ist ja etwas ganz anderes, aber für unser Ziel mit den Jungs zu reden und Ideen zu sammeln, war der gestrige Abend ein voller Erfolg!

Wir wissen ja, in Lissabon kann man nichts planen und meist kommt alles anders, aber man kann immer etwas Gutes mitnehmen

Jetzt mache ich mich gleich auf und hoffe, dass ich es dieses mal bis zum Campo de Santa Clara schaffe. Jeden Dienstag und Samstag soll da, laut Reiseführer ein Flohmarkt sein und die Igreja de Santa Engrácia direkt daneben, soll von ihrer Kuppel aus, einen tollen Ausblick bieten. Na dann los! Ob, ich da auch wirklich lande? Nobody knows. Wir wissen ja, in Lissabon kann man nichts planen und meist kommt alles anders, aber man kann immer etwas Gutes mitnehmen ❤

Vamos!

Alleine

Irgendwie fühle ich mich gerade ausgelaugt, nicht fit, voller Energie und Optimismus strotzend, wie sonst. Klar, so Tage hat man manchmal, aber warum auch immer, habe ich gerade Angst, dass es morgen nicht weg sein wird. Ich habe ewig nicht mehr geschrieben, ich weiß. Jelena war da und letztes Wochenende hatte Batoto Yetu auch den großen Auftritt im CCB. Ich war also ein wenig beschäftigt, könnte man sagen. Es war richtig schön, dass ich Besuch aus der Heimat hatte, von einem Menschen, der mich schon länger kennt, als 6 Wochen und als ich sie gestern bis Cais de Sodré begleitet habe, damit sie dort mit dem Aerobus zum Flughafen fahren kann (die Metro hat gestreikt. Was wir auch erst vor Ort erfahren haben) und danach alleine zurück gefahren bin, habe ich mich auf einmal furchtbar einsam gefühlt.

Campen mit allen, Festivals, Klassenfahrten, Urlaube…..Nie hatte ich das Gefühl, danach eine Pause zu brauchen. Eine Pause von Action, eine Pause von Leuten.

Schon komisch, was einem auf einmal fehlt, was man vorher nicht vermisst hat. 5 Nächte sein Bett zu teilen, 24 Stunden mit einer Person zusammen sein, sich darüber einigen wo man hingeht, was man isst. Seit ich hier bin mache ich so viele Dinge alleine, die ich vorher niemals alleine gemacht habe. Alleine feiern gehen, alleine Plätze in Lissabon entdecken (Tourismus), alleine an Mauern stehen, die Aussicht genießen und nachdenken. Und ich mag es. Aber Dinge mit jemandem gemeinsam machen, kann unglaublich schön sein. Man ist nicht allein. Generell bin ich ein Mensch, der immer gerne Leute um sich herum hat. 7 Tage Malle, alle sagen „Jetzt ist aber auch gut, ich kann niemanden mehr sehen“, ich könnte noch länger bleiben. Campen mit allen, Festivals, Klassenfahrten, Urlaube…..Nie hatte ich das Gefühl, danach eine Pause zu brauchen. Eine Pause von Action, eine Pause von Leuten. Nein, ich liebe es unter Menschen zu sein, aber am schönsten ist es natürlich mit den Menschen, die ich meine Freunde nenne und die ich, schon seit Jahren kenne und für alle ihre Verrücktheiten liebe. Ja, das ist so das, was mir hier noch ein bisschen fehlt. Eine Crew, mit der ich abends durch Bairro Alto ziehen kann und mittags am Tejo abhänge. Aber vielleicht finde ich die ja noch 🙂

Oder ist man manchmal gemeinsam einsamer, als alleine?

Dienstag, letzte Woche, bin ich mit zur Probe ins CCB gefahren. Tida ist in Batoto geblieben, um dort den Kindern, mit DSC_0897[1]den Hausaufgaben, zu helfen. Die Probe war der Horror. Niemand wusste wo, wie, was und ich, natürlich noch weniger. Geschweige denn, was jetzt wirklich meine Aufgabe bei der ganzen Veranstaltung sein soll. So saß ich 3 Stunden hinter der Bühne, die Luft stickig und warm und dachte: „Was tue ich hier und warum können wir nicht einfach mit tanzen?“ Nach der ganzen Sache wurde mir dann gesagt, dass ich gar nicht hinter der Bühne helfen muss, sondern beim Empfang der Gäste dabei bin, usw… Mein Zugucken bei der Probe, war also vollkommen Sinn frei! Super!!! Um halb 9 bin ich aus dem CCB heraus gelaufen und habe mich auf eine Bank vor den riesigen Springbrunnen gesetzt und nachgedacht. Der Platz in Belem, der tagsüber nur so von Touristenmassen strotzt, war komplett leer und es war unglaublich entspannend einfach nur zu sitzen und dem Wasser zuzusehen, wie es in einer gewaltigen Fontäne in die Luft spritzt. Wenn mal jemand vorbei kam, war er nicht allein. Alle waren zu zweit unterwegs, sogar der Mann mit seinem Hund. Ja, auch er hatte einen Begleiter. Den Hund. Nur ich saß da ohne jemanden und war dabei so vollkommen zufrieden, dass ich mich gefragt habe, ob es die anderen wohl auch sind. Oder ist man manchmal gemeinsam einsamer, als alleine?

Mit dieser viel zu philosophischen Frage, lasse ich jetzt mal jeden, der das liest, alleine 🙂

Dois copos de bagacos por favor

Nachdem gestern noch ein letztes mal Tanzworkshop angesagt war, ging heute die neue Woche los. Die Woche, an dessen Ende (Freitag & Samstag) der große Auftritt im CCB steht. Deshalb finden, wie schon letzte Woche, nachmittags immer Proben statt. Heute waren Tida und ich mit dabei und haben zu geguckt. Am liebsten würden wir selber mit tanzen, aber uns wurde gesagt, dass wir gebraucht werden um im backround zu helfen… Ich freue mich auch schon richtig auf Donnerstag! Dann kommt Jelena mich besuchen und ich habe mir extra frei nehmen können, um sie vom Flughafen abzuholen. Ich freue mich richtig darauf, mit ihr, 5 Tage lang Lissabon unsicher zu machen!! 🙂 Vor allem nach diesem lazy Wochenende 😀 Noch nicht mal Einkaufen war ich, geschweige denn im Laden über die Straße, um mir ne neue Glühbirne für meine Nachttischlampe zu kaufen. Außer Tanzen war duschen, einmummeln und harte Gammelei angesagt 🙂

Wir also ausgestiegen, in die Kneipe an der Ecke, 2 Schnabbes bestellt, runter gekippt, bezahlt und wieder raus.

Dafür war ich heute einkaufen, habe ne Glühbirne besorgt und als Hugo uns gerade nachhaus gefahren hat (um halb 10! Ja, die Probe hat so lange gedauert…) und meinte, Tida solle doch für ihren Hals (sie kränkelt ein wenig) einen Bagaco trinken, haben wir das doch gleich gemacht. Hugo meinte, der Schnaps (50 %) brennt alles weg, sie wird sich danach besser fühlen und „Theresa, ja du bist zwar gesund, aber dir wird es danach NOCH besser gehen“, waren seine Worte 😀 Wir also ausgestiegen, in die Kneipe an der Ecke, 2 Schnabbes bestellt, runter gekippt, bezahlt und wieder raus. Dieser Filmszenen verdächtige Auftritt, sorgte für sichtliche Erheiterung bei der Thekendame, sowie den mehr oder wenige verbraucht wirkenden Gästen. Und wir, ja wir hatten danach nen Schwips 😀 Aber Tidas Hals geht’s besser und jetzt wissen wir, was wir morgen Abend machen 😉 Ist schließlich die beste Medizin und in der Kneipe kennt man uns jetzt vermutlich, schließlich haben wir einen bleibenden Eindruck hinterlassen 😀

Nur nasse Klamotten

Am Montag war Katja da. Eine Kollegin von meiner Betreuerin (die heißt auch Katja) bei CHANCE Berlin (meine Endsendeorganisation). Sie ist in Lissabon um UrlDSC_0855[1]aub zu machen und da hat es sich natürlich angeboten, dass wir uns treffen und ich ihr meinen Arbeitsplatz zeige. Gemeinsam sind wir nach Casiax gefahren, Tida und ich habe ihr Batoto Yetu gezeigt, wir haben mit DSC_0856[1]Susana gequatscht und dann ist sie wieder gefahren. Wir haben uns dann für unser On-arrival-training angemeldet, das wir vom 11. bis 16. November in Braga haben werden. Aus unserer Wasserschlacht wurde leider nDSC_0858[1]ichts, da fast alle Kinder bei den Proben für den großen Auftritt nächste Woche im CCB waren. So habe ich die Zeit       genutzt, um Portugiesisch zu lernen und habe mit Carlos Sätze geübt, die ich wissen wollte.

Am Dienstag habe wir vor der Arbeit die Kirche des Hieronymusklosters besichtigt. Ich hatte mir vorgenommen mehr Kultur zu machen, beziehungsweise, habe ich bis jetzt viel zu wenig von Lissabon gesehen!!!

Da sitzen ein paar Männer um einen Tisch, essen Melone und auf einem simplen, aber großen Grill vor dem kleinen, einfachen Restaurant, brutzelt das Fleisch. Aus den Fenstern kommt portugiesische Musik, hier hängt jemand Wäsche auf…

Und so war am Mittwoch dann mega Touritag angesagt. Das was ich eigentlich sehen wollte, die Igreja da Graca (Kirche), den Miradouro da Graca (Aussichtspunkt/Park) und den Miradouro senhora do monte (der höchste Aussichtspunkt der Stadt), habe ich nicht gesehen, aber daran habe ich mich ja mittlerweile in Lissabon gewöhnt. Da ich eine Orientierung, wie eine Bockwurst habe, grundsätzlich in die falsche Richtung, oder im Kreis laufe, bin ich am Mittwoch so verdammt viel gelaufen und so langsam fange ich auch an, die Innenstadt und wo was ist, zu verstehen. Ich habe einen Teil der Fado Route gemacht (Bilder und kurze Texte zu berühmten Fado Künstlern an Hauswänden) und bin zum Castelo de Sao Jorge gelaufen. Auf dem Weg dorthin (und ich betone nochmal, dass ich eigentliDSC_0864[1]ch auf dem Weg zur oben genannten Kirche war) bin ich auf einmal im richtigen Lissabon gelandet! Kleine, enge Gassen, dazwischen kleine Plätze mit Bänken. Da sitzen ein paar Männer um einen Tisch, essen Melone und auf einem simplen, aber großen Grill vor dem kleinen, einfachen Restaurant, brutzelt das Fleisch. Aus den Fenstern kommt portugiesische Musik, hier hängt jemand Wäsche auf, dort stehen 2 Männer auf der Straße, der eine fängt aus Spaß an zu singen… 🙂

Auf der anderen Seite der Burg wieder hinunter, stand ich plötzlich auf einer tollen Aussichtsterrasse, natürlich mit all den anderen Touristen. Mit genau diesen, bin ich dann auch mit der Electrico 28 bis zum Baixa-Chiado gefahren und von dort aus mit der Metro zum Praca de espanha. Hier in der Nähe sollte das Ticketbüro sein, in welchem ich ein Ticket für Ben Klock, der am Donnerstag im Lux auflegen sollte, ergattern wollte. Auf dem Weg bin ich durch einen super schönen, futuristisch angelegteren Park gelaufen. Umherirrend habe ich das Büro leider nicht gefunden und mit großer BeeilungDSC_0870[1] habe ich mich dann unverrichteter Dinge zum portugiesisch Unterricht aufgemacht.

Dort angekommen, haben Tida und ich uns erst einmal von unserem jeweiligen Tag berichtet und wir hatten einfach privat Unterricht. Die anderen von Spin waren auf ihrem On-arrival-training und die beiden Spanierinnen, hatten einfach abgesagt. Die 3 Stunden Unterricht waren richtig gut! Wir haben einfach alles gemacht, was wir wissen wollten. Alltagssituationen durchgesprochen, Fragen beantwortet, usw….

Auf einmal war auch Rodrigo da, setzt sich neben mich auf die Mauer, hakt sich bei mir ein und versucht mit mir Englisch zu sprechen…

Am Donnerstag in Pombal waren richtig viele Kinder da. Tida und ich haben angefangen mit ihnen Englisch zu üben. Wieder die klassischen Vorstellungssätze mit den jeweiligen Fragen. Das ganze haben wir nach einer Runde drinnen auch wieder draußen mit Ball gespielt. Danach haben wir ganz spontan einen Wettkampf gestartet. 2 Mannschaften, immer 2 kinder müssen über den Platz bis zu mir rennen, ich stelle eine Frage (natürlich auf Englisch) und sie müssen sie richtig beantworten und zurück rennen. Das Spiel hat den Kindern super viel Spaß gemacht und sie mussten so die ganze Zeit die vorher geübten Sätze wiederholen. Achja, spontan Einfälle sind meist die besten! Dann haben wir so noch ein bisschen gespielt, noch ein anderes Spiel, oder die Kids sind einfach ein bisschen rumgerannt und haben sich ausgetobt. Auf einmal war auch Rodrigo da, setzt sich neben mich auf die Mauer, hakt sich bei mir ein und versucht mit mir Englisch zu sprechen und die Sätze vom letzten Mal zu wiederholen. Ja, ich glaube ich habe ne richtige Connection zu dem Jungen, das könnte was werden 🙂 Und ich mag ihn einfach, auch wenn er sich am Ende geprügelt hat und sich daneben benommen hat….

Bis um 8 Uhr habe ich getanzt, meine Klamotten waren klitschenass…

Am DonnerstagabDSC_0873[1]end war ich im Lux Fragil, neben dem Kremlin, das es ja quasi nicht mehr gibt, der bekannteste Club in Lissabon und liegt direkt am Tejo. Ben Klock war der Hammer und meine Angst kein Ticket mehr zu bekommen, war grundlos. Der Club ist richtig cool! Oben ist ein großer Raum mit ganz vielen Sesseln, mehreren Bars und einem großen Balkon, von dem man das andere Ufer des Tejos mit seinen kleinen vielen Lichtern sehen kann. Hier läuft entspannter, aber durchaus tanzbarer Techhous. Unten ist ein großer Raum, in welchem auch Ben Klock aufgelegt hat und huiuiuiu ging das ab!!! Bis um 8 Uhr habe ich getanzt, meine Klamotten waren klitschenass und das einzige Manko war wohl, dass es echt ein wenig zu eng war. Es waren viele Internationals da. Mit einigen Deutschen habe ich mich unterhalten und ich habe zufällig Carl wieder getroffen, der auch schon bei Super Flu war. Sergio und die anderen Taxijungs habe ich leider nicht gesehen, es waren einfach viel zu viele Menschen. Aber es war toll und das Lux ist echt ein schöner Club 🙂

Ich geb mir die ganze Nacht richtig fetten Techno mit den härtesten Bässen, aber wenn die redet, ne, das ist echt zu viel. Da kann ich nicht mehr.

Mit nur 3 Stunden Schlaf musste ich gestern (Freitag) den ersten Workshop-Tag bezwingen. Das komplette Wochenende richtet Batoto Yetu einen Percussion und African Dance Workshop aus und wir machen natürlich beim Tanzen mit. Von 18-20 Uhr haben wir getanzt und schon wieder war ich komplett nass. Diese Art von Tanzen ist echt verrückt. Du bewegst einfach den kompletten Körper, springst viel und das ganze schnell. Also wenn hier nicht ein bisschen Speck verliere, weiß ich auch nicht 😀 Wir sind wieder mit den Kindern, mit einem extra Bus von Batoto Yetu zum Gebäude gefahren, in welchem der Workshop stattfindet. Mit dabei auch Sofia. Und ich bin ja echt kein oberflächlicher Mensch, aber Sofia ist einfach so laut, wie sie breit ist. Und Sofia ist sehr breit! 😀 Sie saß direkt hinter mir und hat so laut geredet, dass ich echt dachte mir fliegen die Ohren weg. Tida und ich haben uns angesehen und mussten so lachen, weil ich so leidend geguckt habe, schließlich hatte ich nur 3 Stunden geschlafen. „Ich geb mir die ganze Nacht richtig fetten Techno mit den härtesten Bässen, aber wenn die redet, ne, das ist echt zu viel. Da kann ich nicht mehr.“ , waren meine Worte zu Tida und wir mussten noch mehr lachen. 🙂

Heute war genau das gleiche Programm angDSC_0892[1]esagt, aber schon ab 5, also von 17-20 Uhr richtig abschaken 🙂 Ich liebe es danach nachhause zu kommen,zu duschen und kuschelige Klamotten anzuziehen. Genauso sitze ich jetzt in meinem Leopardenmantel, eingemummelt in meinem Bett. Morgen wird nochmal getanzt und mir ist echt mehr nach Chillen, als Weggehen. Von gestern auf heute habe ich auch einfach mal 11 Stunden geschlafen und heute habe ich das Tanzen so ausgeschlafen auch richtig genossen und so langsam komme ich in den Move 😉

Manchmal muss man sein Glück alleine finden

Sorry, sorry, sorry, aber es ist einiges passiert und ich kam nicht zum Schreiben. Oder ich war zu faul und jetzt bereue ich es, weil es so schwer ist alles wieder zusammen zu kriegen.

Donnerstag

Macho Rodrigo

Irgendwie mag ich ihn und vielleicht auch nur, weil ich die Herausforderung mag ihm etwas beizubringen. Einfache Kinder sind langweilig…

Am Donnerstag war ich endlich schwimmen 🙂 Wir sind ein bisschen früher nach Caxias gefahren und ich bin einmal in den Tejo gehüpft. Nachdem ich aber an ner Plastiktüte, nem Kippenstummel und diversem undefinierbarem vorbei geschwommen bin, habe ich mich entschlossen wieder raus zugehen. Großstadtfluss eben. Aber im Wasser treiben und dabei Ponte Abril 25 und Jesus zu sehen ist schon geil. In Pombal haben Tida und ich uns hauptsächlich mit Rodrigo beschäftigt, oder wie ich ihn getauft habe „Macho Rodrigo“. Neben „Terror Mathilda“ ist er der zweite, der es genießen kann von mir schon einen Spitznamen zu bekommen. Konzentrieren ist nicht so sein Ding und er redet und verhält sich nicht wie 10, sondern als wäre er 16 und könnte sie alle haben 😀

Damit er nicht alle anderen wahnsinnig macht haben wir mit ihm englische Sätze geübt und dann sind wir raus gegangen und haben sie beim Ballspielen wiederholt und er hat für seine Verhältnisse erstaunlich gut mitgemacht. Irgendwie mag ich ihn und vielleicht auch nur, weil ich die Herausforderung mag ihm etwas beizubringen. Einfache Kinder sind langweilig und mir graut es davor wie er in 5 Jahren ist, wenn man jetzt nicht alles versucht um ihn zu einem „guten“ Jungen zu machen.

Freitag

Hast du Wasserbomben, hast du sie alleDSC_0817[1]

Freitag sind Tida und ich extra früh aufgestanden, waren im Lidl Großeinkauf machen und haben danach gemeinsam gefrühstückt. Danach ging es in die Stadt zu Clarel (Mischung aus Schlecker und dm) und ich habe mir bei Melu (Kosmetikstudio) die Beine waxen lassen. Als wir wieder auf die Straße sind kam aus dem Haus gegenüber laute portugiesische Musik und im Eingang stand ein großes Plakat auf dem so etwas stand wie Theater/Tanz/Capoeira Workshops/Kurse. Ich wollte sehen wo die Musik genau herkommt, also sind wir einfach mal die Treppe hinauf gelaufen und im ersten Stock war ein großer Raum in welchem gerade ein Mann unIMG_20141003_143000[1]d eine Frau miteinander getanzt haben. Sofort hat uns der Lehrer begrüßt. Der Mann war richtig lustig und hat uns alles gezeigt und gesagt, dass wir gerne mal vorbei kommen können und uns eine Tanzklasse oder Theater-AG angucken können, wenn wir möchten. Vom Balkon aus konnte man das Treiben auf der Straße beobachten und ich habe wieder gedacht, ja, Neugierde und Unerschrockenheit lohnt sich doch immer wieder.

Alle sind durchgedreht, Tida musste kontinuierlich auf dem Eimer mit den Wasserbomben sitzen und sie mit ihrem Leben und Hintern beschützen/verteidigen…

Danach ging es nach Caxias. Halbe Stunde am Strand rDSC_0827~2[1]elaxen und dann nach Batoto Yetu. Für diesen Tag hatten Tida und ich uns etwas Besonderes ausgedacht. Wir wollten mit den Kindern eine richtige challenge machen mit 5 verschiedenen Spielen. Mannschaften sollten gegeneinander antreten, für jedes gewonnene Spiel gibt es einen Stern und wenn alles gut klappt würden wir das ganze jeden Freitag machen und am Ende gibt es einen Monatssieger. Weil es so warm war wollten wir ein Spiel mit Wasserbomben starten. Eine Mannschaft muss von A nach B rennen die anderen müssen versuchen alle abzuwerfen. Für jeden, der trocken ankommt, gibt es einen Punkt. Außerdem haben wir Eier-Staffellauf, Apfeltauchen, Brennball und Karten-Weitergeben vorbereitet. Eigentlich wollten wir um halb 5 mit den Spielen beginnen, aber da waren noch nicht genug Kinder da und wir wollten gegen halb 6 mit Hugo in eine weitere Nachbarschaft fahren mit der Batoto Yetu zusammen arbeitet und in welcher wir uns evtl. auch engagieren können. Wir sind dann erst dorthin gefahren, haben alle kennen gelernt, die Räumlichkeiten angesehen und sind dann wieder nach Caxias. Nun waren alle Kinder da und wir wollten loslegen, also haben wir die Wasserbomben herausgeholt und nun ja was soll ich noch großartig dazu schreiben…. Alle sind durchgedreht, Tida musste kontinuierlich auf dem Eimer mit den Wasserbomben sitzen und sie mit ihrem Leben und Hintern beschützen/verteidigen, bis wir 2 Mannschaften organisiert hatten hat es gedauert, weil alle total aufgedreht waren und dann haben wir beschlossen, dass wir vielleicht lieber mit einem anderen Spiel beginnen sollten. Also Apfeltauchen. Fazit: Es hat locker eine Stunde gedauert mit Regeln erklären und spielen, sodass wir gar keine Wasserschlacht mehr machen konnten und alle Kinder waren super angepisst 🙂 Aber selbst schuld, es lag ja nicht an uns, sondern daran, dass sie es nicht geschafft haben auch nur ansatzweise mal 5 Minuten ruhig zu sein und Hugo zuzuhören, wie er die Regeln erklärt.

Jetzt haben wir wohl für die nächsten 4 Freitage ausgesorgt, schließlich wollten wir in einer Stunde nicht ein Spiel, sonder 5 Spiele spielen. Obwohl es nicht so lief, wie wir es gedacht hatten, war es trotzdem extrem lustig und wirklich verrückt. Wie kann man bei dem Anblick von Wasserbomben nur so durchdrehen ?! 😀

Es fühlt sich einfach gut an, das ist der Sinn. (…) Du gehst raus, kaufst ein billiges Bier und triffst deine Freunde. Zuhause setzen wir uns in irgendeinen Partykeller – und das im Kaufland gekaufte Bier ist sogar teurer als, das Bier, dass man hier in einer Bar bekommt….

Abends sind wir dann zum ersten mal als WG weggegangen. Gegen 12 Uhr sind Tida, Anna, Glefferson (ja nicht JefferDSC_0829[1]son) und ich nach Bairro Alto. Dort haben wir Rodrigo getroffen und oh Freunde Gott hat mir diesen Mann geschenkt!!! Es ist einfach der Hammer. Er ist nicht nur super nett und nein das ist nicht dieses „Nett“ du bist ein Mädchen und ich bin ein Junge bla, bla….sonder er ist wirklich einfach nur super nett und wir verstehen uns gut. Und er kennt sich so gut aus. Sag ihm was du trinken möchtest, er kennt die Bar in der es am günstigsten ist und so haben wir auch einfach 0,5 Liter Bier für einen Euro getrunken bzw. Anna und Tida haben sich Sangria für das gleiche Preis-Leistugs-Verhältnis gegönnt. Und ich dachte schon wir wären Schnapper, als wir vor 2 Wochen nen halben Liter für 2,50 getrunken haben. Da standen wir dann auf der Straße zwischen all den Portugiesen, die Bar ist nämlich in ner Straße in Bairro Alto, in der keine Touriblasen abhängen, und haben gequatscht. Ich hatte wieder dieses Glücks/Zufriedenheitsgefühl und habe zum ersten Mal verstanden warum alle immer nur auf der Straße rumstehen, trinken und reden. Ich habe darin überhaupt keinen Sinn gesehen aber am Freitagabend, ja, da habe ich es auf einmal verstanden. Es fühlt sich einfach gut an, das ist der Sinn. Es ist einfach nur wundervoll! Du gehst raus, kaufst ein billiges Bier und triffst deine Freunde. Zuhause setzen wir uns in irgendeinen Partykeller – und das im Kaufland gekaufte Bier ist sogar teurer als, das Bier, dass man hier in einer Bar bekommt – reden und machen Faxen. Hier treffen sich dazu alle auf der Straße und das Tolle ist, auf der Straße ist wirklich Platz für alle, im Partykeller ist nach 10/20 Leuten Schluss. Gegen halb 3 war dann Sperrstunde und wir sind mit dem Taxi nachhaus gefahren.

Samstag/Sonntag

Manchmal muss man sein Glück alleine finden

Zum Glück ist wenigstens der Dirigent halbwegs normal und übertreibt nicht so, dachte ich und schwubs haut er einen „Herr Schäfer Move“ rauß! Ich konnte echt nicht mehr 😀

Eigentlich wollte auf den Campo de Santa Clara ( ein Platz auf welchem jeden Sa und Di ein Markt sein soll) und endlich mal aus das Castelo de Sao Jorge, die Burg, die über Lissabon thront und von der man eine tolle Aussicht genießen kann. Allerdings ist mein halber Tag mit Abhängen und der Suche nach einem Copyshop drauf gegangen, in dem ich mein Ticket für Superflu ausdrucken kann. Der Copyshop an der Uni, den mir Anna empfohlen hatte, hatte zu und nach Internetrecherche habe ich mich dann gegen 16 Uhr Richtung City aufgemacht und bin mit dem Bus zum Copyshop gefahren. Ja, da angekommen habe ich locker eine halbe Stunde warten müssen. Wie viele Menschen Samstags etwas drucken wollen?! Für schlappe 3 Cent hielt ich dann mein ausgedrucktes Ticket in den Händen und war glücklich. Mit dem Bus wollte ich dann Richtung Metro fahren um zum Campo de Santa Clara zu kommen. Auf der Busfahrt durch die Stadt sind wir an einem großen Platz vorbei gekommen, auf welchem ein Konzert statt fand. Mit Blick auf die Uhr und dem Gedanken, dass ich bis ich mit der Metro jetzt beim CdSC bin es bestimmt schon Dämmert, bin ich spontan ausgestiegen und zum Konzertplatz zurück gelaufen. Ich habe ja mittlerweile gelernt, dass man in Lissabon so spontan wie nur möglich sein muss und jede Gelegenheit beim Schopfe packen muss. Also habe ich mich auf einen der Stühle, die vor der Bühne aufgebaut waren gesetzt und mir eine Stunde ein Konzert von irgendeiner Musikschule gegeben. Es waren hauptsächlich Xylophone, aber natürlich auch Trompete, Schlagzeug, Gitarre usw. alles was man so braucht für nen guten Sound. Ein Typ hat mich unglaublich an York (Kumpel von Jeanni) erinnert und so musste ich einfach kontinuierlich ein Lachen unterdrücken, weil der einfach Schlagzeug, Pauke, Glöckchen, Rassel und Bongo gespielt hat und das ganze einfach mega lustig. Als er dann auch noch am Xylophon stand habe ich echt geweint vor lachen. Vor allem sitze mal allein, ohne Begleitung in nem Konzert. Da kann man ja nicht einfach laut loslachen. Also saß ich da mit einem fetten Grinsen und es ging nicht weg. Zum Glück ist wenigstens der Dirigent halbwegs normal und übertreibt nicht so, dachte ich und schwubs haut er einen „Herr Schäfer Move“ rauß! Ich konnte echt nicht mehr 😀

Da saß ich extrem amüsiert und glücklich und dachte: Manchmal muss man einfach alleine losziehen, um sein Glück zu finden.

Also ist mein Motto „Alleine rein, mit 10/20 Leuten wieder raus“

So ging es abends auch gleich weiter. Superflu (deutscher act) war im Armazem AJ23. Schon als ich vor ner Woche den Flyer in die Hand bekommen habe, stand für mich fest, dass ich hingehen werde, ob mit oder ohne Freunde. Meine WG mag kein Techno und Rodrigo war der Eintritt zu teuer. Auf der Nature One im Sommer habe ich auch beim Tanzen Paul kennen gelernt, der zu mir meinte, dass er eigentlich oft und gerne einfach alleine feiern geht und ich dachte so, warum nicht? Die einzigen Menschen, die ich hier bis jetzt neben der Arbeit und unserer portugiesisch Klasse, kennen gelernt hatte, waren David und Rodrigo. Und wann habe ich die beiden kennen gelernt? Als ich nachts um halb 5, nachdem ich Tida heim gebracht hatte, einfach noch einmal alleine zurück ins Opart gelaufen bin. Da lief dann stressiger Schranz und eigentlich wollte ich wieder gehen, aber dann habe ich mich bis zum Ende der Party mit den beiden unterhalten. Also ist mein Motto „Alleine rein, mit 10/20 Leuten wieder raus“. Alleine feiern gehen ist perfekt um Menschen kennen zu lernen und ich will ja schließlich möglichst viele Menschen kennen lernen. Außerdem muss ich mich dann nach niemandem richten, niemand sagt, er kann nicht mehr, er will nachhause, die Musik ist kacke,….

Das Armazem ist verhältnismäßig echt weit weg, also musste ich Zug und Bus fahren. Ich hatte zeitlich einkalkuliert, dass ich in cais de sodré eine halbe Stunde auf den Bus warten muss, ich das Armazem nicht gleich finde und davor ein Schlange ist. Also bin ich um 11 Uhr losgetigert, schließlich wollte ich gegen 12/12:30 drinnen sein, wenn Superflu um 1 Uhr auflegt. In cais de sodré habe ich sofort einen Bus bekommen, ich wusste allerdings nicht genau wann ich aussteigen muss, also einfach mal dem Mob hinterher. Die      wollen da bestimmt auch alle hin! Der Bus war voll! Neben dem Armazem war eine riesige openair party, ich dachte so: Was ist denn hier los?! 😀

Ich musste weder auf den Bus warten, noch habe ich das Armazem suchen müssen und davor war auch keine ScDSC_0841[1]hlange. So stand ich also um ca. 12 Uhr am Samstagabend in einer quasi leeren Fabrikhalle. Es war so gut wie niemand da. In Portugal gehen alle erst zwischen 2 und 3 Uhr feiern, aber wenn Superflu um 1 spielt muss der Laden doch voll sein, dachte ich. Naja was tun? Erstmal ein Redbull an der Bar und dann die 3 Jungs anquatschen, die echt deutsch aussahen. Es waren Franzosen und Carl, mit dem ich mich hauptsächlich unterhalten habe, war super nett, meinte wir sollten in Kontakt bleiben und ich habe ihm gleich meine Nummer gegeben. Die 3 sind aus Paris nach Lissabon gekommen und wollen hier eine Bar eröffnen. Und sie feiern die Musik genauso, wie ich 🙂 Danach habe ich mit den Bar-Ladies gequatscht. Jess hatte eine Handball Jacke des TV Groß-Umstadt an, also dachte ich sie wäre Deutsche. Hahahaha, die Gute wusste weder was, noch wo Groß-Umstadt ist und hatte die Jacke in nem Vintage Store gekauft. Südhessen trifft man auch überall! Wir haben gleich einmal ein Foto gemacht und uns dann darüber unterhalten was ich hier mache, was sie so macht und dann kam Vera (auch Bar-Lady) hinzu uDSC_0843[1]nd mit ihr habe ich mich dann auch noch einmal super unterhalten. Das ganze war perfekt, so habe ich den halben Abend Freigetränke bekommen und konnte meine Tasche hinter der Theke verstauen. 🙂

Ich war wohl am alternativsten Ort, den ich in meinem Leben bis jetzt gesehen habe, gelandet. Da läuft ne Transe, hier tanzt ein mitte 40 Jähriger in vollkommener Drogenextase,…

Als Superflu angefangen hat, haben dann auch alle angefangen zu tanzen und so langsam hat sich der Laden, oder eher die Halle, gefüllt. Popof war auch der Hammer und die Anlage hat einem die Ohren regelrecht weggeschäppert. Immer wieder habe ich mich mit irgendjemandem kurz unterhalten oder neben den Franzosen vom Anfang abgedanced, die hatten allerdings irgendwann ein paar Ladies am Start, da wollte ich nicht mehr stören und sind gegangen ohne mir Tschüss zu sagen. Aber naja, Männer und Frauen, was soll man dazu sagen 😀 Vielleicht meldet sich Carl ja mal, wenn die 3 wieder feiern gehen 😉 Um 6 rum ging die Sonne überm Tejo auf, der Himmel sah wundervoll aus! Um 7 war die Party over. Ich hab mir noch schnell die Nummer von Jess geben lassen und wollte Richtung Innenstadt. Mit 3 anderen Jungs, die aus Höflichkeit, dass ich alles verstehe, extra versucht haben die meiste Zeit Englisch miteinander zu sprechen, habe ich mir ein Taxi geteilt und am Kremlin (Europa Sunrise) haben sie mich raus gelassen. So musste ich fürs Taxi nichts bezahlen und von Sergio habe ich mir die Nummer geben lassen, die 3 gehen nämlich am Donnerstag ins Lux und da wollte ich auch hin. Vorm Kremlin hat dann Rodrigo gewartet und gemeinsam sind wir dann nochmal 2 Stunden tanzen gegangen. Sonntagmorgen, 8 Uhr und der Club war so voll, dass man fast nicht tanzen konnte!!! Ich war wohl am alternativsten Ort, den ich in meinem Leben bis jetzt gesehen habe, gelandet. Da läuft ne Transe, hier tanzt ein mitte 40 Jähriger in vollkommener Drogenextase, vor mir Küssen sich 2 Frauen, 5 Minuten später links neben mir 2 Männer, da vorne in der Menge tanzt einer mit Bunnyohren auf dem Kopf,……

Um 10 Uhr war dann Endegelände und Rodrigo und IMG-20141005-WA0001[1]ich sind nachhause gelaufen. Als ich über die Straße gezeigt habe und meinte guck da, das Haus, da wohne ich, lehnte Tida gerade aus dem Fenster um Wäsche auf zu hängen. Ich habe sie angerufen und meinte so guck mal nach links. Dann haben Rodrigo und ich gewunken und wir mussten so lachen. Das ist ja wie zuhause. Wenn ich vom Feiern komme, ist Mutti schon wach 😀

So viele mit denen ich gesprochen habe und die wissen wollten, was ich in Lissabon mache, haben sich bedankt, dass ich etwas für ihr Land tue.

Meine Füße taten weh und mein Kopf hat vom Bass gewummert, aber ich war nach 8 Stunden Tanzmarathon super glücklich. Ich habe tolle Orte gesehen, tolle Menschen kennen gelernt und gleichzeitig das spaßigste Workout ever betrieben. So viele mit denen ich gesprochen habe und die wissen wollten, was ich in Lissabon mache, haben sich bedankt, dass ich etwas für ihr Land tue. Da ist mir zum ersten mal bewusst geworden, dass ich ja wirklich etwas Nettes mache, für andere. Und, dass das Ganze nicht selbstverständlich ist. Genauso haben so viele bewundert, dass ich alleine feiern gegangen bin. Wie mutig das ist, wie verrückt ich doch wäre, aber wie cool ich doch bin. Also kann ich für die komplette Nacht ein mega positives Fazit raushauen: It was great! 😀

Eigentlich wollte ich gar nicht ins Bett, aber da Tida nicht wirklich Touri-Entusiasmus hatte und meinte „los Resi, ich will heute in das Museum, oder diesen Park angucken“ bin ich nach Dusche und Frühstück doch eingeschlafen.

Es kommt immer anders als man denkt

Die ganze Woche ist das Wetter schon richtig gut. SonnenschIMG_20140930_115459[1]ein, kein Regen, 24 – 30 Grad und dazu weht meist ein leichter Wind so das es echt angenehm ist. Also habe ich gestern mal Wäsche aufgehängt. Ja, wie eine richtige Portugiesin an der Wäscheleine, die an der Hausfassade entlangläuft. Super praktisch! Will ich in Deutschland auch! In Batoto Yetu habe ich mit Bruno und Janete wieder english studies gemacht. Wir haben gelernt wie man sich vorstellt, Name, Alter, Hobbies, usw….. Ich bin mal gespannt was die beiden nächste Woche noch wissen. Von 18 – 19:30 Uhr hatten wir zum ersten mal unsere Theatergruppe. Jeden Dienstag gibt es in Batoto jetzt eine Theatergruppe „teatro comunitário “. Der Gedanke dahinter ist, dass nicht nur Leute von Batoto Yetu mitmachen, sondern auch Kinder/Jugendliche/Erwachsene aus der, ich sage mal, besseren Gegend von Caxias. Quasi ein Gesellschaftsschichten übergreifendes Theaterprojekt. Claudia, die Leiterin der Gruppe ist super nett und es hat wirklich Spaß gemacht. Das ganze hat mich an meine Theater-AG zu Schulzeiten erinnert. War also mal wieder richtig schön was zum Thema Schauspiel zu machen 🙂

Abends haben wir dann unseren neuen Mitbewohner kennen gelernt. Jaaa, richtig, ein Mitbewohner. Es kommt immer anders als man denkt. Dass Lissabon voller Überraschungen steckt weiß ich ja schon 🙂 Maria hatte nämlich gemeint, dass auch Mitbewohner Nummer 4 ein Mädchen sein wird. Naja, mir soll’s recht sein, ich hatte eh schon ein wenig Panik vor ner Zicken-Mädels-WG…. 😀                              Jefferson ist 22, Brasilianer und hier zum studieren. So etwas wie einen Master in keine Ahnung 😀 Heute Vormittag ist er dann mit Gepäck eingetrudelt und jetzt sind wir endlich komplett!!! Wuhuuu 😀

Es war Rosenmontag und eigentlich hätte ich in Mainz verkleidet und angetrunken „Helau“ rufen sollen. Habe ich aber nicht.

Tida und ich sind dann los um unsere transportationcard für den Monat Oktober aufzuladen unDSC_0810[1]d hahahaaaaa……vorm Carris war einfach ne riesen Schlange. Super ätzend so lange in einer Schlange zu warten, dachte ich. Aber dann habe ich mich erinnert, dass ich schon auf viel unangenehmere Dinge warten musste und wie bescheuert es ist sich über so etwas aufzuregen. Mit allen Armen und Beinen und vollkommen gesund. Nicht in irgendeinem Wartezimmer sitzend um darauf zu warten, dass einem eine übernächtigte Ärztin eine Spritze in den Arm rammt, die mir helfen soll wieder gesund zu werden. Gefüllt mit einem Mittel, dass mich schwach macht, aber Dinge in meinem Körper tötet, die mich, wenn sie bleiben würden, irgendwann sterben lassen. Ja, genau an diesen Montag Morgen musste ich in der Carris-Schlange denken.

Es war Rosenmontag und eigentlich hätte ich in Mainz verkleidet und angetrunken „Helau“ rufen sollen. Habe ich aber nicht. Ich saß im Krankenhaus und habe gewartet. Auf eine Spritze. Und nach „Helau“ rufen war mir nun wirklich nicht. Mir ging es gut. Es war ein Tag an dem ich vielleicht noch nicht gekotzt hatte, oder meine Hände waren mal nicht super feucht vor Angstschweiß, weil es wieder ein Kampf sein würde, bis eine Vene für die Braunüle gefunden ist. Und an dem Tag schien die Sonne, das weiß ich noch 🙂 Ja, schon komisch in welchen Situationen ich an diese Zeit zurück denke und jedes Mal kommt es mir vor als hätte ich das alles nur geträumt…..

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Ich hab meinen Mann gefunden! Den kuscheligen Bären vorm Natura Laden 🙂
Nach etwa einer Stunde waren wir dann dran. Diese Stunde hatten wir auch genug Zeit um uns darüber den Kopf zu zerbrechen, ob wir jetzt auch noch einmal so einen Zettel ausfüllen müssen, oder nicht. Alle um uns herum hatten einen in der Hand und der Typ an der Info konnte kein Englisch…….Aber wir haben keinen Zettel gebraucht, alles gut. Geld übern Tresen, einmal das gleiche wie letzten Monat, that’s it 😉

Also Mädels: niemals Brot bestellen!!!! Geschweige denn einem Mann sagen, dass man Brot mag!

Schnell zuhause was gegessen und ab zum Portugiesisch Unterricht. Motiviert waren Tida und ich nicht gerade, da uns der Unterricht für den Alltag noch nicht viel gebracht hatte, aber auch hier wurden wir wieder positiv überrascht und es hat, obwohl es immer 3 Stunden sind echt Spaß DSC_0811~2[1]gemacht. Zwischen Brot und Penis liegt nur ein kleiner, aber feiner Unterschied in der Aussprache. Also Mädels: niemals Brot bestellen!!!! Geschweige denn einem Mann sagen, dass man Brot mag!

Nach dem Unterricht wollten Tida und ich uns belohnen und es ging ab ins Colombo (Shoppingcenter). Da haben wir dann gemütlich etwas gegessen und uns Make up technisch beraten lassen 🙂 Meinen neu ergatterten Kaugummi-pinken Lippenstift werde ich am Wochenende auf meinen Lippen ausführen! Um 20 nach 1 waren wir dann zuhause. Ja und hier sitze ich jetzt und schreibe…..<3

Wie Brennball mich glücklich machte

Heute war ein richtig schöner Tag! Für Tida leider nicht. Jetzt wo ich wieder gesund bin, macht ihr Magen faxen….also nichts essen und den ganzen Tag schlafen. Also hieß es heute mal für mich alleine los ziehen. Als ich im Zug saß habe ich einfach nur aus dem Fenster gesehen und gelächelt. Das Meer hat in der Sonne so wunderschön geglitzert, man musste einfach hinsehen. Und in meinem Kopf war für kurze Zeit wieder dieser eine Satz: „Ja man, du bist in Lissabon“ 🙂

Aus dem Zug ausgestiegen stand plötzlich Hugo vor mir. Er war auch mit der Bahn gefahren und gemeinsam sind wir zu Batoto Yetu gelaufen. Dann habe ich mich erst einmal gemütlich mit Susana, Martha und Hugo unterhalten. Ob es mir wieder besser geht, ob alles in Ordnung ist, ob unsere Handykarte endlich funktioniert, wie unser Wochenende war, …..

„Ja man, du bist in Lissabon“

Danach bin ich mit Carlos und Carlos (Ja Miguel heißt gar nicht Miguel, sonder Carlos :-)) Flyer für den Trommelworkshop, der am 10./11./12. Oktober stattfindet, verteilen gegangen. Mit Bruno habe ich kurz ein bisschen Ping Pong gespielt, über Jessicas französisch Hausaufgaben gelesen, die gelieferten Lebensmittel einsortiert und Carlos hat mir Gi (kp wie man seinen Namen schreibt) vorgestellt. Gi ist 17 Jahre, super nett und zusammen haben wir dann ne Weile Basketball gespielt.

Aber gegen Facebook kommt nun mal auch ein läppisches German-Game nicht an

Dann habe ich mich mal an unser Spiel gemacht. Jeden Montag und Freitag haben Tida und ich freie Zeit um mit den Kindern etwas zu unternehmen. Ein Spiel spielen, Malen, Tanzen, was wir wollen und zu was auch immer wir Lust haben. Es sollte nur möglichst etwas sein bei dem alle mitmachen können und am Besten auch etwas womit wir auch die Jungs begeistern können (das ist nämlich nicht so einfach, hatte Hugo gemeint). Für unseren ersten Tag hatten Tida und ich uns Brennball überlegt. Das Wetter ist diese Woche richtig gut und ich wollte unbedingt etwas draußen machen. So, ich also Carlos die Regeln erklärt, bis er es verstanden hatte, dann haben wir uns einen Ball, Sachen zum Markieren der „Save-Points“ und eine Kiste für den Ball gesucht, alles aufgebaut und dann kam der schwierigste Teil. Möglichst viele Kinder zum Mitspielen animieren. Mein Ziel war es eigentlich auch die älteren (Vera, Eric, Jessica) mit einzubeziehen, da Brennball ja so ein Spiel ist, das wir sogar noch in der Oberstufe just for fun gespielt haben. Aber gegen Facebook kommt nun mal auch ein läppisches German-Game nicht an. Naja, nicht schlimm, wir waren trotzdem genug. Hugo hat auch mitgespielt und Carlos hat auf Portugiesisch für alle noch einmal die Regeln erklärt. Und dann haben wir locker über eine Stunde gespielt. Ich glaube, wenn es den Kindern keinen Spaß gemacht hätte, hätten wir niemals so lange gespielt und als wir meinten, dass wir jetzt aufhören, haben sie sogar kurz gemeckert.

Natürlich war das nicht so wie bei uns, okay wir haben 2 Mannschaften a 8 Leute und die ziehen das jetzt mal, jeweils 15 Minuten – 15 Minuten durch. Ne, da kommt dann mal ein Kind dazu ein anderes hat keine Lust mehr oder muss nach Hause und immer wenn uns danach war haben wir die Seiten getauscht. Am Ende gab es auch keinen Gewinner oder Verlierer, aber zum Kennenlernen des Spiels und für mein Ziel, dass sich alle an der frischen Luft bewegen und etwas gemeinsam machen war es super. So bin ich auch erst gegen halb 8 Uhr zur Bahn gelaufen, weil ich vor lauter Rennen und Werfen völlig die Zeit vergessen hatte.

Auf meinem nachhause Weg habe ich richtig die Stille nach dem Trubel genossen und war einfach mega happy, dass das alles so gut geklappt hat. Mit einem dicken zufriedenheits Lächen bin ich in die Bahn ein- und auch wieder ausgestiegen und ich freue mich jetzt schon richtig auf den morgigen Tag 🙂

meine zeit in lissabon. 24 stunden. 7 tage die woche.