Wie Brennball mich glücklich machte

Heute war ein richtig schöner Tag! Für Tida leider nicht. Jetzt wo ich wieder gesund bin, macht ihr Magen faxen….also nichts essen und den ganzen Tag schlafen. Also hieß es heute mal für mich alleine los ziehen. Als ich im Zug saß habe ich einfach nur aus dem Fenster gesehen und gelächelt. Das Meer hat in der Sonne so wunderschön geglitzert, man musste einfach hinsehen. Und in meinem Kopf war für kurze Zeit wieder dieser eine Satz: „Ja man, du bist in Lissabon“ 🙂

Aus dem Zug ausgestiegen stand plötzlich Hugo vor mir. Er war auch mit der Bahn gefahren und gemeinsam sind wir zu Batoto Yetu gelaufen. Dann habe ich mich erst einmal gemütlich mit Susana, Martha und Hugo unterhalten. Ob es mir wieder besser geht, ob alles in Ordnung ist, ob unsere Handykarte endlich funktioniert, wie unser Wochenende war, …..

„Ja man, du bist in Lissabon“

Danach bin ich mit Carlos und Carlos (Ja Miguel heißt gar nicht Miguel, sonder Carlos :-)) Flyer für den Trommelworkshop, der am 10./11./12. Oktober stattfindet, verteilen gegangen. Mit Bruno habe ich kurz ein bisschen Ping Pong gespielt, über Jessicas französisch Hausaufgaben gelesen, die gelieferten Lebensmittel einsortiert und Carlos hat mir Gi (kp wie man seinen Namen schreibt) vorgestellt. Gi ist 17 Jahre, super nett und zusammen haben wir dann ne Weile Basketball gespielt.

Aber gegen Facebook kommt nun mal auch ein läppisches German-Game nicht an

Dann habe ich mich mal an unser Spiel gemacht. Jeden Montag und Freitag haben Tida und ich freie Zeit um mit den Kindern etwas zu unternehmen. Ein Spiel spielen, Malen, Tanzen, was wir wollen und zu was auch immer wir Lust haben. Es sollte nur möglichst etwas sein bei dem alle mitmachen können und am Besten auch etwas womit wir auch die Jungs begeistern können (das ist nämlich nicht so einfach, hatte Hugo gemeint). Für unseren ersten Tag hatten Tida und ich uns Brennball überlegt. Das Wetter ist diese Woche richtig gut und ich wollte unbedingt etwas draußen machen. So, ich also Carlos die Regeln erklärt, bis er es verstanden hatte, dann haben wir uns einen Ball, Sachen zum Markieren der „Save-Points“ und eine Kiste für den Ball gesucht, alles aufgebaut und dann kam der schwierigste Teil. Möglichst viele Kinder zum Mitspielen animieren. Mein Ziel war es eigentlich auch die älteren (Vera, Eric, Jessica) mit einzubeziehen, da Brennball ja so ein Spiel ist, das wir sogar noch in der Oberstufe just for fun gespielt haben. Aber gegen Facebook kommt nun mal auch ein läppisches German-Game nicht an. Naja, nicht schlimm, wir waren trotzdem genug. Hugo hat auch mitgespielt und Carlos hat auf Portugiesisch für alle noch einmal die Regeln erklärt. Und dann haben wir locker über eine Stunde gespielt. Ich glaube, wenn es den Kindern keinen Spaß gemacht hätte, hätten wir niemals so lange gespielt und als wir meinten, dass wir jetzt aufhören, haben sie sogar kurz gemeckert.

Natürlich war das nicht so wie bei uns, okay wir haben 2 Mannschaften a 8 Leute und die ziehen das jetzt mal, jeweils 15 Minuten – 15 Minuten durch. Ne, da kommt dann mal ein Kind dazu ein anderes hat keine Lust mehr oder muss nach Hause und immer wenn uns danach war haben wir die Seiten getauscht. Am Ende gab es auch keinen Gewinner oder Verlierer, aber zum Kennenlernen des Spiels und für mein Ziel, dass sich alle an der frischen Luft bewegen und etwas gemeinsam machen war es super. So bin ich auch erst gegen halb 8 Uhr zur Bahn gelaufen, weil ich vor lauter Rennen und Werfen völlig die Zeit vergessen hatte.

Auf meinem nachhause Weg habe ich richtig die Stille nach dem Trubel genossen und war einfach mega happy, dass das alles so gut geklappt hat. Mit einem dicken zufriedenheits Lächen bin ich in die Bahn ein- und auch wieder ausgestiegen und ich freue mich jetzt schon richtig auf den morgigen Tag 🙂

Richtig lahme Woche

Warum ich mich so lange nicht gemeldet habe? Naja, weil ich nicht gerade spannende Dinge erlebt habe. Ich war krank und meine Hauptbeschäftigung war Husten, meine Nase putzen und von morgens bis abends im Bett abzugammeln 🙂

Ich wollte jeden Tag genießen und die Stadt mehr und mehr in mich aufsaugen

Mir ging’s nicht mega schlecht, aber fit war ich auch nicht und das war super ätzend. Ich wollte jeden Tag genießen und die Stadt mehr und mehr in mich aufsaugen. Von zuhause aus geht das schlecht, aber jetzt geht’s so langsam wieder und ich hoffe bald sind auch wieder 120 % Prozent drin 😉

Mittwoch hatten wir ja wieder unseren portugiesisch Unterricht und da der von 17 – 20 Uhr geht, arbeiten wir an diesem Tag nicht in Caxias. Der Weg ist auch immer ne halbe Weltreise. Bahn, Metro, Bus, locker 1,5 Stunden von Haustür zu Haustür. Schon auf dem Weg zur Bahnstation habe ich gemerkt wie anstrengend alleine Laufen ist und unten in der Metrostation angekommen habe ich mich richtig schlecht gefühlt. Ich hatte keine Lust 3 Stunden hustend im Unterricht zu sitzen. Ist für die anderen ja auch blöd. Also ist Tida alleine los und ich bin wieder nachhause gefahren. Donnerstag war dann mein von morgens bis abends Bett-Tag 🙂 Am Freitag habe ich mich dann mal zu einem Großeinkauf bei Lidl gewagt. Lebensmittel sind hier echt teurer als in Deutschland. Ich war schockiert, dass ich keinen Mozzarella unter nem Euro finde! Also bin ich mal in aller Seelenruhe durch den Lidl gepirscht um zu wissen was wir hier alles bekommen, da wir sonst sehr viel im Pingo doce einkaufen und der ist echt nicht günstig! Nach meinem Einkaufsabenteuer (Ja, wie traurig, ich muss Einkaufen als Abenteuer beschreiben, weil ich ja sonst nichts unternehmen kann…) war ich so platt, dass ich erstmal 6 Stunden geschlafen habe 😀

dreckige SMS und persönliche Anrufe nehme ich nur noch unter der +351965680252 entgegen 😉

Gestern waren Tida und ich dann mittags in der Stadt und haben endlich mal die Angelegenheit mit unserer Mochekarte (Handykarte) geregelt. Jaaaaaaa ich habe jetzt eine portugiesische Nummer und ja, auf der kann man mich auch jederzeit erreichen! Für Whatsapp ändert sich ja nichts, aber dreckige SMS und persönliche Anrufe nehme ich nur noch unter der +351965680252 entgegen 😉

Resi steht Samstag abends in der Küche und nicht in irgend einem Club. Passiert.         Aber ich hoffe doch, dass das nie wieder passiert!

Tida ist abends auf eine Kizumba-Party/Konzert gegangen, mit Carlos (von der Arbeit) und ein paar Freunden. Und ich habe mich in die Küche gestellt und gefüllte Paprika gemacht. JAAAA, das klingt so gar nicht nach mir, ich weiß. Resi steht Samstag abends in der Küche und nicht in irgend einem Club. Passiert.                  Aber ich hoffe doch, dass das nie wieder passiert 😀

Die Paprika sind übrigens mega geil. Tida hat sie gerade als IMG-20140928-WA0002~2[1]„der Hammer“ beschrieben und die Gute isst normaler weiße nicht gerne Gemüse. Und die Dinger sind nur mit Gemüse gefüllt, nicht mir Fleisch 🙂 Nach dick 10 Stunden Schlaf meinerseits und nicht ganz so viel auf Tida’s Seite 😀 sind wir vorhin in den Park gesteppt und haben uns für ne gute Stunde in die Sonne gechillt. Das Wetter ist heute schon den ganzen Tag richtig toll. Blauer Himmel, Sonnenschein und ein paar Wolkenberge, aber kein Regen und angenehme 23 Grad!

Richtig oder Falsch

Was ist richtig oder falsch? Wer sagt uns das? Irgendjemand hat das irgendwann mal festgelegt und wir halten uns daran. So wie die Rechtschreibung oder Grammatikregeln, Gesetze oder gesellschaftliche Regeln. Und wenn genug Leute das vermeintlich Richtige nicht mehr für gut, sondern als falsch empfinden gibt es nen Protest und dann folgt ne Revolution oder sowas.

Ich (…) frage mich wann etwas richtig ist und wann etwas falsch und ob etwas, das sich gut anfühlt gleichzeitig auch richtig ist.

Aber wer sagt mir, dass ich das was ich gerade tue richtig ist? Warum bin ich hier, in Lissabon und nicht in Australien im Outback oder in Asien in irgendeinem Waisenhaus? Warum wollte ich unbedingt in dieses Projekt, mit Kindern und Jugendlichen arbeiten? Warum liebe ich es zu Tanzen? Warum wollte ich immer Schauspielerin werden? Niemand sagt mir, ob das alles richtig ist….

Ich liege auf meinem Bett und frage mich wann etwas richtig ist und wann etwas falsch und ob etwas, das sich gut anfühlt gleichzeitig auch richtig ist. Ich fühle mich gut, mir geht es gut. Ich habe kein Heimweh, oder so. Die Arbeit macht mir Spaß 🙂 Trotzdem frage ich mich gerade warum ich das ganze eigentlich machen wollte. Wie kommt man eigentlich auf die Idee ins Ausland zu gehen und wer sagt mirDSC_0798[1], ob das richtig ist?

Ich fand das System in Deutschland schon zum Kotzen, deshalb habe ich in der 7. und 8. echt viel abgeschrieben, in der 9. und 10. mich auf das Nötigste beschränkt und in der Oberstufe nur noch die Hausaufgaben gemacht, die mir Spaß gemacht haben.

Das „Richtig“ und „Falsch“ im eigenen Leben ist weiß Gott nicht so einfach wie die Englischgrammatik Regeln, die ich heute mit Bruno geübt habe. Heute haben Tida und ich mit den Kids Französisch- und Englischstudies gemacht. Es hat echt Spaß gemacht 🙂 Ich hab mein Memorie mit Bruno und Jeanette getestet und es hat super gut geklappt. Mir haben die Kids aber auch ein bisschen leid getan. Kommen um 16 Uhr von der Schule und dann müssen sie noch lernen und Hausaufgaben machen. Erst danach haben sie Freizeit um zu spielen. Ich fand das System in Deutschland schon zum Kotzen, deshalb habe ich in der 7. und 8. echt viel abgeschrieben, in der 9. und 10. mich auf das Nötigste beschränkt und in der Oberstufe nur noch die Hausaufgaben gemacht, die mir Spaß gemacht haben. In allem anderen habe ich keinen Sinn gesehen. Die Kids sollten Spaß haben, sich bewegen, an der frischen Luft sein. Machen sie ja auch nach dem Lernen zu genüge, aber sollten sie das nicht den ganzen Tag dürfen?!DSC_0797~2[1]

Aber dafür kann sich das Wetter hier auch nicht so recht entscheiden. Warm, kalt, Regen, kalt, warm, Regen, Regen, warm,…..

Als wir zum Bahnhof gelaufen sind sah der Himmel wundervoll aus. Diese dicken, fetten Wolkenberge in den verschiedensten Farben. Sowas bekomme ich in Deutschland nicht geboten 🙂 Aber dafür kann sich das Wetter hier auch niDSC_0791[1]cht so recht entscheiden. Warm, kalt, Regen, kalt, warm, Regen, Regen, warm,…..

Gestern stand bei uns die ganze Straße unter Wasser! Aus dem Gulli auf der Kreuzung kam es einfach fontänenartig heraus gesprudelt und hörte nicht mehr auf. Als wir zur trainstation sind haben wir bemerkt, dass auch eine Straße weiter alles unter Wasser stand. Überall Feuerwehr und Polizei, die den Verkehr geregelt hat. Woher das viele Wasser kam? Keine Ahnung. Abends war alles wieder DSC_0794[1]trocken 🙂

Jetzt treffen wir schon Leute im Bus

Ich bin erkältet! Und da frische Luft ja bekanntlich die beste Medizin ist, war ich gerade ein bisschen draußen. Nachdem ich den ganzen Tag im Bett verbracht habe und heute ist wirklich hammer Wetter, habe ich mich zu einem Spaziergang aufgemacht.

Schon die ganze Zeit wollte ich mal zu dem Park, der nicht weit von uns sein soll. Nur DSC_0783[1]über die Straße und ne Straße hoch. Sah zumindest auf dem Plan so aus. So ähnlich ist der Weg auch, knapp 10 Minuten, dann ist man da. Und der Park ist richtig schön. Palmen, viele Bäume, dazwischen breite Wege, ein Ententeich und in der Mitte eine große Wiese zum relaxen. Daneben liegt auch irgendein Schlösschen oder sowas, das Tor war zu 😦 Es ist wirklich wie ein kleiner Wald, in der Stadt. Aus dem Park raus nur über die Straße ist auch nochmal ein kleiner Platz, von dem man wieder einen super Blick auf Alcantara, den Tejo, die Brücke und super Jesus hat. Da stand ich dann locker 20 Minuten, habe die Aussicht genossen und die unzähligen Autos, die über die Brücke gefahren sind beobachtet.

DSC_0786[1]Alle rennen irgendetwas hinterher. – Ich will nicht hinterher rennen, (…). Vielleicht möchte ich auch nur mein eigener Teil sein und das ist mir genug.

Alle wollen sie von A nach B und das möglichst schnell. Aber warum? Keine Zeit. Alle rennen irgendetwas hinterher. Einem perfekten Lebensplan, der Karriere, einem Körperideal, Geld, Werten und Normen, der perfekten Anpassung an die Gesellschaft, Zielen, die man vielleicht nie hinterfragt hat. Zielen, die man sich vielleicht selbst nie gesteckt hat, ohne es zu merken. Ich will nicht hinterher rennen, ich möchte Teil von etwas sein. Oder vielleicht noch nicht mal. Vielleicht möchte ich auch nur mein eigener Teil sein und das ist mir genug.

Wenn ich tanze, bin nur ich da und alles um mich herum erlischt.

Deshalb liebe ich es auch so zu Tanzen. Wenn ich tanze, bin nur ich da und alles um mich herum erlischt. Da ist es nicht wichtig, ob mich jemand aus der Ecke anguckt, ob 10 oder 20 Leute auf der Tanzfläche stehen (okay, außer es wird zu eng) oder ob mir die Füße weh tun. Wenn ich tanze bin ich im Moment und denke nicht an Gestern oder Morgen. Ich vergesse alle Probleme, die der Welt und meine eigenen und am schönsten, ich vergesse die Zeit. Ich renne nicht hinterher, ich bewege mich auf der Stelle uDSC_0773[1]nd es fühlt sich verdammt gut an.

Nur ich, der Beat und meine Füße, die mich in eine andere Welt tragen.

Und das ganze kann ich nun mal am besten zu Technomusik. Warum? Da ist kein stressiger Text, kein abgechecke (uuuhhuuu heute sind alle so sexy bla, bla….), kein Break, alles geht ineinander über (wenn der Typ hinterm Mischpult alles richtig macht), kein Ende. Nur ich, der Beat und meine Füße, die mich in eine andere Welt tragen.

Für andere ist es wohl einfach nur anstrengender Lärm. So auch für Tida, aber trotzdem sind wir am Samstagmorgen um 6 Uhr zur Afterparty ins Kremlin gegangen. Einer der berühmtesten Clubs Lissabons. Und es war wundervoll! Aber fangen wir doch von Vorne an……

Donnerstag

Ich liebe es mit dem Zug zu fahren. Wenn ich da so sitze, aus dem Fenster auf den Tejo bzw. das Meer schaue und Musik höre wünschte ich die Fahrt würde nie enden….. Ja, so wie am Donnerstag. Da saßen wir auf dem Weg DSC_0749[1]zur Arbeit aus Versehen im falschen Zug und sind an Caxias vorbei gefahren. Auch hier gibt es so etwas wie Regionalbahn und Regionalexpress. Es wird auch nie langweilig 😀 Mit Umsteigen und Zurückfahren, sind wir dann doch angekommen und ich habe mich mal an mein Sprachen-Memorie gemacht und Tiermotive gesammelt und ausgedruckt. Später in Pombal habe ich Marta (sie ist 14 Jahre) bei den Englischhausaufgaben geholfen und danach habe ich sie gefragt, ob ich Portugiesisch vorlesen kann und sie mich korrigiert. Das haben wir dann locker eine Stunde gemacht und Marta war sehr geduldig mit mir. 🙂

Unsere neue Mitbewohnerin stand mit Sack und Pack und ihrer Familie vor der Tür.

Abends um 9 Uhr klingelte es auf einmal an der Tür. Unsere neue Mitbewohnerin (Anna, 27 Jahre, Spanierin) stand mit Sack und Pack und ihrer Familie vor der Tür. Die fragte uns dann erst einmal, ob Maria (unsere Vermieterin) uns nicht Bescheid gesagt hätte. Nein, dementsprechend habe ich auch geguckt wie ein Auto, als die da alle vor der Tür standen 🙂 Naja, rein mit der Guten, Maria kam 5 Minuten später dann auch und ich hab mal gefragt, ob es in Ordnung ist, wenn Freunde von mir hier wohnen, wenn sie Lissabon besuchen wollen. KLAR!!!! Also los ihr Schlaviener, besucht mich und macht diese grandiose Stadt unsicher! 😉

Die Omi (unsere Haushälterin) Donna Emilinda, oder wie ich auch gerne mal sage Donna Leon, kam auch am Donnerstagabend mit Maria und nunja, die Gute ist einfach bis heute geblieben. Also irgendwie wohnt die Omi hier halb. Das müssen wir noch klären……

FreitagDSC_0758[1]

Auf der Arbeit haben wir an dem Memorie weiter gearbeitet und danach habe ich mit DSC_0751[1]den Jungs draußen ein bisschen Basketball gespielt. Später haben zwei Mädels auf Musik getanzt und irgendetwas geübt. Tida hat versucht mitzumachen und zwischen drin haben wir immer wieder so eine süße kleine Zuckerschnecke auf dem Arm gehabt. So ein richtiges H&M Katalog Baby. War die kleine Schwester von einem Mädchen. In Caxias war auch ein Fest mit Buden und Zelt direkt vor Batoto Yetu. Auf dem Heimweg haben Tida und ich uns Armbändchen an einem Stand gekauft.

Jackpot – Einheimische! Ich versuche möglichst portugiesische Menschen kennen zu lernen

DSC_0767[1]Nach Einkauf, Essen und ner halben Stunde/ Stunde Powernap, habe wir uns fertig gemacht und sind nach Bairro Alto gefahren. Dort haben wir Rodrigo getroffen, dem ich Mittags schon geschrieben hatte, ob wir nicht zusammen was machen wollen. Rodrigo und David hatte ich letzten Sonntag im Opart kennen gelernt. Die beiden waren super nett und Rodrigo hatte mir seine Nummer gegeben. Jackpot – Einheimische! Ich versuche möglichst portugiesische Menschen kennen zu lernen. 1. kann ich so Portugiesisch lernen und 2. kennen die sich super aus 3. habe ich dann Freunde in Lissabon, die ich nach meiner Zeit hier, besuchen kann 🙂 Rodrigo war natürlich auch nochmal mit einigen Leuten da, so haben wir gleich mehr kennen gelernt. Mit denen sind wir dann durch Bairro Alto gezogen und uns wurden so viele Plätze/Bars gezeigt. Es war richtig gut von einem Einheimischen eine Stadt-/Kneipenführung zu bekommen. Zwischen drin haben wir auch David wieder getroffen. Irgendwann waren wir dann wieder auf der roten Straße, haben in einem Schuppen bisschen auf 90iger Mukke abgedanced und dann ne Weile gechillt. Das viele Rumgelaufe war ganz schön anstrengend, ich war ja immer noch ganz schön angeschlagen. Als da dann langsam alles zu gemacht hat meinte Ricardo, ein Freund von Rodrigo, der fast die ganze Zeit mit uns unterwegs war, dass die Afterparty vom Europa (ein Club auf der roten Straße) im Kremlin ist.

Schließlich ist es der berühmteste Club Lissabons! Sie mag zwar die Musik nicht, aber mal 5 Minuten gucken, so Touristen mäßig geht ja wohl

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„Kremlin-Toiletten-Pic“ Tida, ich & irgendeine Portugiesin
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Ich, Tida & Ricardo
Tida, Rodrigo und ich also mit dem Bus zum Kremlin gefahren (liegt zwischen Bairro Alto und unserem Zuhause) und uns da noch ne Stunde auf ne Parkbank gesetzt. Der Laden hatte noch nicht auf, war ja erst 5 Uhr. Um 6 Uhr kam dann auch Ricardo an und meinte, ja Leute ihr müsst ja auch zum Hintereingang 😀 Okay, kein Wunder, dass der Schuppen zu aussah. Davor standen wir dann ne Weile, es hieß dass es 10 Euro Eintritt kostet und 10 Euro für 2 Stunden….neeeee. Aber Rodrigo meinte wir sollten mal fragen, es kann sein, dass Ladys keinen Eintritt zahlen. Ich meinte dann zu Tida, ob wir mal kurz rein wollen, nur um den Laden mal gesehen zu haben. Schließlich ist es der berühmteste Club Lissabons! Sie mag zwar die Musik nicht, aber mal 5 Minuten gucken, so Touristen mäßig geht ja wohl 🙂 Genauso war es dann auch. Wir mussten keinen Eintritt zahlen und der Club sieht so geil aus. Wie ein Gewölbe mit riesigen ägyptischen Figuren vom Boden bis zur Decke. Richtig stimmungsvolle Beleuchtung und die Anlage Leute. Leute, diese Anlage! Ja, die rumst. Nachdem wir auf Toilette waren (Holzschwingtüren, die man nicht abschließen kann und über die ich auf Zehenspitzen drüber schauen kann, Wasserhahn mit Fußpedal) habe ich Tida gefragt, ob sie etwas dagegen hat, wenn ich kurz für 5 Minuten die Tanzfläche rocke.

Verrückt, jetzt treffen wir schon Leute, die wir kennen im Bus.

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David & Ich
Gesagt, getan und dann sind wir einfach noch fast 3 Stunden geblieben. Ich habe extrem die Musik gefeiert und Ricardo hat Tida laufend zum Tanzen animiert so das die auch ihren Spaß hatte und die ganze Zeit meinte, Resi ich melde mich, wenn wir gehen sollen 🙂 Um kurz vor 9 Uhr sind wir dann gegangen. Nicht weil ich nicht mehr wollte, sondern weil ich echt fertig war. Meine Erkältung machte sich langsam so bemerkbar, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte. In den Bus eingestiegen, um nach Haus zu fahren, treffen wir David mit seinen Leuten wieder. Verrückt, jetzt treffen wir schon Leute, die wir kennen im Bus. Hammer! Und wundervolle Zufälle. Die meinten, dass sie gerade auf dem Weg zu ner After sind. Wir also mit an der nächsten Bushaltestelle ausgestiegen und über die Straße gesteppt. Dröhnt aus der Hausfassade einfach ein fetter Beat. Ich glaub’s nicht, Lissabon ist top! Von einer Afterparty zur nächsten 😀 Die Guten habe sich dann erst einmal auf ne Bank davor gesetzt und wir sind noch 5 Minuten geblieben, haben aber dann beschlossen doch zu gehen. Wir waren echt durch, aber auch irgendwie total wach. Zuhause ging’s dann nach nem Frühstück, doch ins Bett 🙂

Und das Ding ist wohl das futuristischste Einkaufszentrum, dass ich je gesehen habe. Frankfurter Flughafen² !

Samstag

Nachdem der halbe Tag unserem Schlaf gewidmet wurde, haben wir uns abends zum Centro Comercial Vasco da Gama aufgemacht. Ruth hatte von diesem Shoppingcenter geschwärmt und ich hatte eigentlich einfach nur Lust mich auf irgendeine Parkbank ins Grüne zu setzten. Gut, in dem Ding soll’s auch einen Garten geben „und dann habe wir beides“ waren Tidas Worte. Also mit Bus und Metro ab zum Shoppen. Und das Ding ist wohl das futuristischste Einkaufszentrum, dass ich je gesehen habe. DSC_0782[1]Frankfurter Flughafen² ! Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick auf den Tejo und Geschäfte, sowie Restaurants gibt’s genug. Nur den Garten, ja, den hab ich nicht gesehen…. Um 0:30 Uhr waren wir dann wieder zuhause und wirklich nicht in der Lage wieder feiern zu gehen. Also hieß es entspannen und schlafen gehen 🙂

v

Nur Engel, Vertrauen & nie mehr ohne Jacke außer Haus

Heute Vormittag waren Tida und ich im Mini Prico einkaufen. Wir wollten neben Lidl und Pingo doce mal die dritte Einkaufsmöglichkeit im Umkreis von 5 Minuten testen. Abgesehen von den winzigen Lädchen, die es hier überall gibt. Ich sag nur 80 Cent für 6 Liter Wasser. Nach dem Einkauf in Leggins, habe ich beschlossen in Shorts und T-Shirt nach Caxias zu fahren. Es war wieder super warm.

Das sind Moment in denen ich sage es gibt Engel!

In Caxias ausgestiegen, fängt es an zu regnen und ich frage mich, warum ich weder Regenschirm noch Jacke mitgenommen habe. Auf einmal taucht auf halben Weg hinter uns Miguel mit einem riesigen Regenschirm auf. Drückt ihn uns in die Hand und läuft schneller, als wir, vor. Das sind Moment in denen ich sage es gibt Engel! Miguel ist jeden Tag in Batoto, schon etwas älter (vll. 24?!) und hat eine leichte geistige Behinderung. Wenn er spricht, merkt man das ein wenig. Keine Ahnung woher er kam und warum er einen riesigen Regenschirm für uns dabei hatte. Ein Engel eben.

In Batoto Yetu haben wir mit Susana über unsere Aufgaben und unsere eigenen Ideen geredet. Susana fand meine Idee ein Memorie mit Symbolen, den englischen und den portugiesischen Begriffen richtig gut. So können die Kids Englisch und ich Portugiesisch lernen. In der freien Wirtschaft würde man das eine Win-Win-Situation nennen 🙂 Auch wollte ich in allen Räumen an allen Gegenständen Postits anbringen mit dem englischen und portugiesischen Begriff. Wurde ebenfalls als gut empfunden 🙂

Den Alltagsschischi, lernen wir ja schließlich im Alltag. Hahaaa, das kann ja was werden 😀

Dann hatte Susana die Nachricht für uns! Wir bekommen endlich unseren portugiesisch Unterricht und er beginnt schon heute! Yeah, wir haben uns voll gefreut, weil wir es echt nicht abwarten können Portugiesisch zu lernen. Um 5 Uhr haben wir uns von Caxias aufgemacht und so um halb 7 waren wir dann da. Ja, das wird jeden Mittwoch eine halbe Weltreise. Zug, Metro, Bus. Aber wir finden bestimmt noch einen easier way. Den Unterricht haben wir bei SPIN, eine Organisation, die selber Freiwillige hat. Und so wurden wir super nett empfangen, haben alle kennen gelernt, saßen draußen ein wenig zusammen, es gab Essen und Trinken und haben gequatscht. Aneta, eine Polin, die Englisch und Portugiesich studiert hat und seit 5 Jahren in Lissabon wohnt und bei SPIN arbeitet, unterrichtet uns.Von 19-20:30 Uhr gings dann an die Arbeit und nunja, alle können schon was, nur wir nicht 😀 Aneta ist auch mega streng und meinte so, es liegt an uns, wir werden viele Hausaufgaben bekommen und müssen lernen. Im Unterricht wird sie hauptsächlich Grammatik und Vokabeln mit uns machen. Den Alltagsschischi, lernen wir ja schließlich im Alltag. Hahaaa, das kann ja was werden 😀

Als wir uns danach auf den Heimweg gemacht haben, war es schon dunkel und auch echt kalt. Schließlich hatte ich immer noch nur Shorts und T-Shirt an. Wer konnte dann ahnen, dass der Tag so verläuft, wie er verläuft und ich eine Jacke brauche? Mit den anderen Freiwilligen sind wir dann zur Bushaltestelle gelaufen und Matheo hat uns dann gefragt, ob uns kalt ist und ob wir eine Jacke haben wollen. Schwups holt er aus seinem Rucksack einen Pulli für mich und eine Jacke für Tida. Italiener halt 😀 Dann sind wir in den Bus eingestiegen und als die anderen alle ausgestiegen sind sagt Matheo zu uns wir sollen ihm die Sachen einfach nächsten Mittwoch wieder mitbringen und er hat nochmal betont, dass er den Pullover wirklich liebt. Ich soll also auf ihn aufpassen 🙂 Ich sag doch, nur Engel unterwegs heute!!!

Vertrauen ist unglaublich wichtig und wir tun es viel zu wenig.  Nicht nur anderen vertrauen, sonder auch sich selbst.

Und so hatten Tida und ich wieder eines unsere 5 Minuten Tiefgang Gespräche. Wie schön es doch ist, dass manche Menschen noch vertrauen. Einfach so, ohne auch nur 3 Sätze mit ihIMG-20140918-WA0001[1]m gesprochen zu haben gibt er uns Pullover und Jacke und vertraut auch noch darauf, dass er die Sachen wieder bekommt. Vertrauen ist unglaublich wichtig und wir tun es viel zu wenig. Nicht nur anderen vertrauen, sonder auch sich selbst. Ich glaube das eigene Gefühl sagt einem schon, ob eine Person vertrauenswürdig ist, oder nicht. Na klar kann ich skeptisch durch die Welt gehen und alles mit Vorsicht genießen. Ich kann aber auch jeden Tag neue Menschen kennenlernen und das geht nur mit Vertrauen. Vielleicht manchmal sogar mit Naivität. Manche mögen es dumm nennen, wenn ich nachts um 1 Uhr, alleine, im Dunkeln, eine viertel Stunde durch den Wald am Böllenfalltor zu irgend einem Rave gelatscht bin. Ich nenne das Mut. Oder noch nicht mal. Ich finde einfach, dass ich das genauso darf wie ein Junge. Ich habe auf mich vertraut, darauf, dass mir nichts passiert und darauf, dass da kein Bekloppter rumrennt, der mich absticht. Allgemein laufe ich gerne irgendwo alleine hin, oder zurück. Ich weiß auch nicht so recht warum 🙂

In der Metro haben wir dann einen anderen Freiwilligen getroffen, der schon seit Februar da ist und deshalb nicht am Sprachkurs teilnimmt, aber am Anfang beim Kennenlernen dabei war. Der sagte uns dann, dass er gleich die anderen Freiwilligen trifft und alle gemeinsam auf ein Konzert gehen, ob wir mit wollten. Wir sind einfach mal mitgekommen und siehe da, auf einmal haben wir alle, die wir gerade im Bus verabschiedet hatten wieder gesehen. Ja, da mussten wir alle mal kurz lachen. Vor allem weil die anscheinend auch mit der selben Metro gefahren sind, nur eine Haltestelle früher eingestiegen sind als wir.

Tja, Lissabon wird immer spontaner, habe ich das Gefühl. Auf jeden Fall gehe ich jetzt nicht mehr ohne Jacke außer Haus!

Mit Matheo, Thomaso, Natalia, Lidia, Erica, Serena und dem Metrotyp, dessen Namen ich mir einfach nicht merken kann, sind wir dann ins Café Tati gegangen und haben ein kleines Blues/Jazz/Swingkonzert – kann die Musikrichtung nicht einordnen – (nur Instrumental) angehört. Es war richtig cool, mit Kontrabass, Minipiano, Schlagzeug und E-Gitarre. Und wir saßen in der ersten Reihe auf ner Couch, ca. 2 Meter von der Band entfernt. DIMG-20140918-WA0003[1]anach sind wir zur Bahnstation gelaufen, haben uns verabschiedet und sind nachhause gefahren. Das ich abends mit 7 neuen Menschen ein Minikonzert genieße, hatte ich auf dem Weg nach Caxias noch nicht gedacht. Tja, Lissabon wird immer spontaner, habe ich das Gefühl. Auf jeden Fall gehe ich jetzt nicht mehr ohne Jacke außer Haus! Ich habe mich nämlich schon am Sonntag erkältet und so langsam fühle ich mich krank….. Naja, jetzt mummel ich mich ein und morgen schlafe ich aus 🙂

Von kack Touristen und dem Moment, in dem mein Leben perfekt schien

Nachdem ich den halben Montag verschlafen hatte, weil ich bis morgens um 6 Uhr feiern war – im Opart (mega geiler, winziger Technoclub, 10 Minuten von uns, direkt am Tejo) – hab ich mich super gefreut, als ich nach meinem Erwachen um 16:40 Uhr (oder sowas) eine Mail von Susana gelesen habe, in der sie meinte, dass wir heute auch noch frei haben. Optimaaaal! Läuft bei mir, dachte ich, und so haben wir den kompletten Montag nen Chilligen gemacht und festgestellt, dass wir ganz viele englische Fernsehsender empfangen 🙂

ich hatte uns vor meinem inneren Auge schon am Strand entlang spazieren sehen

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Die 2 Grinsebacken machen dann mal nen Touritag
Um halb 11 Uhr sind wir los getigert und wollten mal den netten Jesus (die Christusstatue, die ich von meinem Fenster aus sehen kann :)) besuchen. Allerdings war der so von Wolken umhüllt, dass wir doch lieber in die Stadt fahren wollten. Einen Stadtspaziergang aus dem Reiseführer testen. Ja, beim Laufen zur Bahnstation hat es dann genieselt, dass wir auch darauf nicht wirklich Lust hatten. Total verträumt sind wir dann auch noch auf die falsche Bahnsteigseite gelaufen (so wie wir halt immer zur Arbeit fahren). Spontan meinte ich, dass wir doch einfach mal nach Cascais  fahren könnten (die letzte Zughaltestelle) und uns das Meer und den Strand anschauen können. Tida wollte eh spontaner werden und fand meinen Vorschlag super. Wir also eingestiegen, zwischendrinn nochmal den Zug wechseln müssen, weil wir aufeinmal wieder in die andere Richtung gefahren sind :D, so in Cascais angekommen, kamen wir aus dem Bahnhof nicht raus! Anscheinend gilt unser Ticket doch nicht so weit. Schade 😦 Schon der View aus dem Zug war richtig schön und ich hatte uns vor meinem inneren Auge schon am Strand entlang spazieren sehen, da hier auch das Wetter tausend mal besser war. Dem Wolken verhangenen Lissabon waren wir mal eben davon gefahren.

Die Blätterteig-Sahnepudding-Törtchen von denen alle so schwärmen. Und, oh mein Gott, die Dinger sind wirklich gut!

Wir also zurück gefahren, in das Grau. Ein wenig durch die Stadt spaziert, ich immer mit dem Reiseführer verzweifelt auf der Suche, wo wir gerade sind. Dann die „Rote Straße“ (die Party/Club Straße) mal bei Tageslicht und ohne Menschenmassen angeguckt und hoch nach Bairro Alto gesteppt. Tida und ich wollten in einen Laden, den wir Abends beim Weggehen entdeckt hatten (Secondhand, Firsthand, Schnickschnack & Platten).

und irgendwie hatte ich auf einmal das Gefühl, dass mein Leben gerade perfekt ist. Mit diesem läppischen 1,75 Euro Cappuccino aus nem Pappbecher

Vorher haben wir uns DSC_0735[1]auf den Largo de Camoes gesetzt (der Platz in Bairro Alto, an dem immer was los ist – 24/7), einen Cappuccino getrunken und unsere ersten pastéis de nata gegessen. Die Blätterteig-Sahnepudding-Törtchen von denen alle so schwärmen. Und, oh mein Gott, die Dinger sind wirklich gut! So saßen wir da eine ganze Weile, haben die Leute und das Treiben beobachtet und irgendwie hatte ich auf einmal das Gefühl, dass mein Leben gerade perfekt ist. Mit diesem läppischen 1,75 Euro Cappuccino aus nem Pappbecher, (der echt groß war!) der von richtigem Milchschaum wohl noch nie etwas gehört hatte, Mini-Puddingtörtchen, Tida neben mir und dem Trubel um mich herum. So habe ich auch über meine Angst geredet, dass ich mich nicht für eine Sache (Studium/Ausbildung etc.) entscheiden kann bzw. mich nicht festlegen möchte. Ich habe einfach Angst, dass mich nur ein Themenbereich nicht erfüllt, ich mich langweile und dadurch auch nicht gut darin bin. Ich will so vieles und doch irgendwie nichts. Aber genau in diesem Moment, auf dem Largo de Camoes schien mein Leben, trotz alle dem, perfekt 🙂

Der Begriff „Deutsche Bahn“ hat da drinn gleich einen ganz anderen Sinn bekommen

Danach gings in den coolen Laden, und ja, er ist auch von innen top! Es lief fette Mukke von der Platte, die Besitzerin ist irgendeine alte Engländerin und das eine Lied hat so gerooved, dass ich tanzend vor den Platten stand und gestöbert habe und Tida die Frau nach dem Musiktitel gefragt hat 🙂 Danach gings genauso spontan weiter. Wir sind einfach mal in die Elektrik 28 gehopst. „Die Straßenbahn“, oder nennen wir es Ein-Wagon-Bähnchen, die man hier anscheinend mal gefahren sein muss. Der Begriff „Deutsche Bahn“ hat da drinn gleich einen ganz anderen Sinn bekommen. Nur Touristen! Stehend gings durch enge Gassen bis zur Endhaltestelle. Da sind wir dann einfach mal auf den Cemitério dos Prazeres, ein riesiger Friedhof, der, wie mein Reiseführer ihn beschreibt, an eine eigene kleine Stadt erinnert, gelaufen. Das sind keine Gräber, wie man sie bei uns kennt, nein, da stehen einfach winzige Häuschen, eins neben dem anderen.

Ich würde mal sagen, der Friedhof ist mein erster, persönlicher Geheimtipp

Ich natürlich, immer auf der Suche nach dem besten View, rum gDSC_0740[1]estreunert bis ich eine super Ecke gefunden habe, von der man einen richtig tollen Blick auf Alcantara (ich hab sogar unser Haus gesehen :)), den Tejo, Jesus und Ponte 25 de Abril (die Brücke) hat. Ich würde mal sagen, der Friedhof ist mein erster, persönlicher Geheimtipp. Hier trifft man nämlich keine Menschenseele, höchsten am Eingang mal. Und wenn man kein Problem mit der leicht gruseligen Stimmung, die auf so einem Friedhof so herrscht, hat, ist das ein toller Platz zum runter kommen und die Stille genießen.

Ich kann es gar nicht abwarten dann auf portugiesisch zu meckern

Danach wollten wir wieder in die Electrico 28 steigen und dieses mal einen Sitzplatz ergattern. Pah, Pustekuchen! Als wir uns an die Haltestelle gestellt haben, wurden wir von hinten dumm angemacht, dass wir uns hinten anstellen müssen. Achsooooo, ja klaaar, jetzt gibt’s an Haltestellen schon Einstiegsschlangen. Vor allem wurde uns das nicht normal gesagt, nein, es wurde gepfiffen wir drehten uns um und dann guckte uns eine Frau unfreundlich an und schnickte mit ihrem Kopf nach rechts in Richtung Ende der vermeintlichen Schlange, die aus locker 40 Leuten bestand. Touristen halt! Ich kann es gar nicht abwarten dann auf portugiesisch zu meckern.

Zum ersten mal weiß ich, wie es sich anfühlt, in einem Land, dass sein Zuhause ist, wie ein Ausländer behandelt zu werden

Vor allem, weil hier niemand davon ausgeht, dass ich Portugiesin bin. Mir wurde schon gesagt ich sehe skandinavisch aus. Wieder jemand anderes meinte, wie eine Russin. Und so wundert es nicht, dass ich in Geschäften schon ganz selbstverständlich in Englisch angesprochen werde, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben. Zum ersten mal weiß ich, wie es sich anfühlt, in einem Land, dass sein Zuhause ist (ja, für die nächsten 6 Monate ist Portugal mein zuhause und ich fühle mich hier auch echt wohl), wie ein Ausländer behandelt zu werden. Anderen Menschen geht es genauso in Deutschland und die können die deutsche Sprache. Das kann ich von mir und Portugiesisch nicht behaupten und trotzdem fühlt es sich kacke an! Ich habe schon über Selbstbräuner, für den südländischen Tein nachgedacht 😀

ZZZZZ….dann fahren wir eben Bus. Wir sind einfach in irgendeinen Bus eingestiegen, keine Ahnung wo der uns hinführt, aber der Tag war eh schon so locker und spontan, also warum nicht einfach so weiter machen?! So haben wir eine etwas andere Stadtrundfahrt bekommen, haben tolle Plätze gesehen und sind am Amoreiras Shoppingcenter vorbei gekommen. Sieht schick aus. Begutachten wir bestimmt auch mal von innen 🙂

das Wetter wollte uns heute wohl sagen, dass wie vor 14 Uhr nicht aus dem Haus sollen

An der Endhaltestelle sind wir dann umgestiegen. Auf dem Plan haben wir irgendetwasDSC_0741[1] mit Alcantara gelesen, also rein mit uns, in den Bus. Der hat dann auch fast vor unsere Haustüre gehalten. Wir mussten nur die Straße hoch und die sind wir dann spontan auch noch eine Station mit einem anderen Bus gefahren. Läuft bei uns 😉

Wir haben gegessen, ich hab ein bisschen auf dem Balkon abgehangen (zu schmal zum sitzen, aber stehen geht gut), den ich irgendwie ganz schön mag, warum auch immer, und das Wetter wollte uns heute wohl sagen, dass wir vor 14 Uhr nicht aus dem Haus sollen. Mit Regen hatten wir ab da, nämlich kein Problem mehr 🙂 Morgen gehts um halb 3 wieder nach Caxias. Mal schauen was die neue Arbeits-Woche so für uns bereit hält 🙂

https://www.youtube.com/watch?v=6jwtMrV8wfY

Verwirrung, aber so langsam kommen wir rein

Hui hab ich viel erlebt in den letzten Tagen. Deshalb kam ich auch gar nicht zum Schreiben, was ich echt bereue, weil ich mich jetzt echt anstrengen muss alles zusammen zu bekommen. Aber jetzt sitze ich gerade in meinem Bett, draußen regnet es und ich hab Zeit.

Donnerstag

Die Kinder von Pombal and two messages from Susana

Donnerstag hieß es wie jeden Tag wieder trainieren und so langsam haben Tida und ich uns gefragt wie wir das bis Sonntag schaffen sollen. Immer kamen neue Schritte bzw. Tänze dazu. Naja, dran bleiben und üben. Durch meine Tanzerfahrung fällt mir das ganze auch leichter als Tida und ich versuche schon ihr oder auch Ruth (die echt Probleme mit der Koordination hat :)) zu helfen und mit ihnen zu üben.

I have two messages from Susana to you. First, today is open street night in lisbon. So go out, have fun, the shops are open. Do some shopping

 

Um halb 6 kam dann Hugo reingeschneit und meinte, dass er jetzt nach Pombal fährt. Ein Nachbarviertel, etwa 10 Minuten mit dem Auto von Batoto Yetu entfernt, in welchem die Organisation seit Mai den Nachbarschaftsverein vor Ort unterstützt. Ob wir mit möchten? Na klar! Wir haben uns ganz schnell umgezogen und sind ins Auto gehopst. Hugo: „I have two messages from Susana to you. First, today is open street night in lisbon. So go out, have fun, the shops are open. Do some shopping.“ Innerlich mussten wir so lachen. Susana gibt uns immer Frezeittipps und jeder sagt uns wir sollen Lissabon genießen 🙂 Nicht nur Kultur mit der Organisation, sondern auch mit dieser Stadt erleben. Wundervoll.

Die Zeit hat echt Spaß gemacht und nächsten Donnerstag gehen Tida und ich wieder nach Pombal

In Pombal haben wir Sidon und Lina kennen gelernt. Die beiden arbeiten dort, Sidon hat den Nachbarschaftsverein, schon vor Jahren gegründet und hat Batoto Yetu um Unterstützung gebeten, was die Arbeit mit den Kindern angeht. Nach und nach kamen dann auch Kinder vorbei und Tida und ich haben mit ihnen geknetet, versucht Portugiesisch zu lernen und ihnen ein wenig Englisch bei zu bringen. Die kleine Vivien kam auch vorbei (sie kannten wir ja schon vom Tanzen) und hat uns zur Begrüßung herzlich umarmt ❤ Hugo hat dann auch noch spielerisch den Kindern beizubringen, das es wichtig ist, dass sie pünktlich sind, damit alle gemeinsam etwas unternehmen können. Jeremy war nämlich der einzige der pünktlich um 17:30 Uhr auch da war. Die Zeit hat echt Spaß gemacht und nächsten Donnerstag gehen Tida und ich wieder nach Pombal 🙂

finde mal ne Pizzaria zwischen all den Tapasläden

Als Hugo uns am Bahnhof abgesetzt hat, hat er uns noch einmal daran erinnert, dass wir auch wirklich nochmal in die Stadt fahren sollen 😀 Okay, wir also kurz nachhause und dann ab in die Stadt! Warum auch immer hatten wir richtig Lust auf Pizza, schon mittags und auch so versuchen wir immer wieder Italienisch zu sprechen. Manchmal sagen wir, wir sind im falschen Land gelandet 😀 Naja, finde mal ne Pizzaria zwischen all den Tapasläden! Jaaaa wir gehen auch noch Tapas essen, versprochen. Wo sind wir gelandet? Im gleichen Laden in dem wir schon essen waren. Warum? Weil’s da Pizza gibt 😉 Als wir dann fertig mit essen waren, hatten alle Shops schon zu. Ja also irgendwie haben wir es mit den Zeiten noch nicht so drauf 🙂 Aber ich habe mir noch ein Eis gegönnt und das war richtig gut! Also RICHTIG GUT!

Freitag

Verwirrung

Tida und ich sind aus dem Auto ausgestiegen und waren total verwirrt und traurig, weil wir uns echt Mühe gegeben haben und sogar abends noch geübt haben

Nach dem Training haben in Batoto Yetu noch mit den Trommlern und Marisa zusammen gesessen und gequatscht. Das war echt lustig, die sind alle echt verrückt 🙂 Jose unser Mentor und quasi Gründer von Batoto war auch dabei und hat und dann auch nachhause gefahren. Auf der Heimfahrt hat er uns dann noch gefragt, was die Gründe sind warum wir das Ganze hier machen wollen und ob es uns bis jetzt gefallen hat. Als ich dann meinte, dass es toll wäre am Sonntag Teil der Show zu sein, meinte er, dass wir am Sonntag gar nicht mittanzen. Tida und ich sind aus dem Auto ausgestiegen und waren total verwirrt und traurig, weil wir uns echt Mühe gegeben haben und sogar abends noch geübt haben. Vor allem hatten wir schon zugesagt, dass wir auch zum samstags Training kommen, da wir noch mehr üben wollten…..Wir haben uns dann vorgenommen am nächsten Tag gleich nachzufragen, ob wir jetzt mitmachen oder nicht und wenn nicht, nicht so lange zu bleiben und den Tag noch anderweitig zu nutzen. Abends waren wir dann mit Janina und Sophia unterwegs. Darüber hatte ich ja schon geschrieben 😉

Samstag

Tida und ich im Shopping-Himmel

Am Anfang vom Training haben wir Marisa gleich gefragt, was jetzt Sache ist. Die hat uns dann mal gleich unsere komplette Verwirrung aufgelöst….Sonntag ist ein Auftritt nur von den Großen. Die Sache für die wir die ganze Zeit proben, findet erst im Oktober statt. Man, man, man 🙂

Tipp aus meinem Reiseführer ausprobieren. FAIL!

dann sind wir ein bisschen geblieben und dann gegen 4 los gezogen in die Stadt. Wir hatten mega Hunger und wollten zum ersten Mal einen Tipp aus meinem Reiseführer ausprobieren. FAIL! Das Restaurant hatte zu. Dann haben wir uns in ein anderes gesetzt und Burger mit Pommes gegessen. Danach waren wir wieder gut gelaunt und hatten richtig Bock den Tag (mittlerweile hatten wir 18 Uhr) noch auszunutzen. Nebenbei haben wir auch noch eine riesige portugiesische Hochzeitsgesellschaft beim aus der Kirche kommen, miterlebt. Unser Restaurant war nebenan….

und zum ersten Mal habe ich mich nicht mehr wie im Urlaub gefühlt

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Ein Laden nur mit Festtagsbedarf! Ich hab mich gefühlt wie auf Wolke 7 ❤
Schon vorher hatten wir überlegt mal in eine der großen Malls zu fahren, da wir auf der Suche nach einem großen Supermarkt waren, der auch mal ne gescheite Drogerieabteilung hat (danach sucht man hier DSC_0671~2[1]vergeblich) und ich brauchte dringend eine Shorts. Auf Muttis Kommentar „So warm ist da jetzt auch nicht mehr“ hatte ich beim Fast-Packing alle bis auf eine Shorts zuhause gelassen und, nunja, mit der bin ich seit einer Woche unterwegs!

als die anderen aus der Metro ausgestiegen sind, mit Rock und Highheels um feiern zu gehen, haben wir Salat, Cornflakes und Co durch die Gegend geschleppt

Wir sind dann auch zum erstem Mal mit der lissabonnerDSC_0672~2[1] Metro gefahren (die ist echt schön) und zum ersten Mal habe ich mich nicht mehr wie im Urlaub gefühlt. Schließlich sind wir jetzt schon eine gute Woche hier. Nach ein paar Stationen, sind wir im Colombo Shoppingcenter gelandet. Oder auch im Himmel! Täglich von 9-24 Uhr geöffnet. Und nen riesigen Supermarkt gibt’s auch. Bepackt mit Einkauf sind wir dann um 0:45 Uhr zuhause gewesen 🙂 Ja, als die anderen aus der Metro ausgestiegen sind, mit Rock und Highheels um feiern zu gehen, haben wir Salat, Cornflakes und Co durch die Gegend geschleppt 😀 Aber für uns hieß es ab ins Bett, denn heute morgen mussten wir um 9 Uhr in Caxias sein.

Sonntag

Wir werden noch zu richtig lässigen Hipstern

Auch wir standen dann mal kurz auf der Bühne und haben mitgetanzt

Heute morgen sind wir dann mit Susana und den „Großen“ von Batoto Yetu mit einem DSC_0686[1]Reisebus runter ans Wasser gefahren. Heute war die komplette Straße am Fluss entlang ein Lauf mit tausenden Teilnehmern. Auf einer kleinen Bühne haben die Mädels auf dem letzten Kilometer live performed und so noch einmal für Motivation bei den Läufern gesorgt. Es war wie eine offenen Probe und Tida und ich haben Fotos gemacht, DSC_0721[1]um sie die nächste Woche auf Facebook zu stellen. Allgemein haben wir uns für nächste Woche vorgenommen das Facebook Profil von Batoto Yetu zu refreshen und evtl. auch einen Instagram Account anzulegen. Für die Kinder hatte ich überlegt vielleicht ein englisches Memorie zu basteln. Mit Bildern, dem portugiesischen und englischen Begriff. So lerne ich und die Kids auch 🙂DSC_0713[1]

Auch wir standen dann mal kurz auf der Bühne und haben mitgetanzt und Susana war total begeistert. Mit ihr haben wir auch ausgemacht, dass wir für den heutigen Tag morgen frei haben. Das ist gut um sich nochmal zu entspannen, weil wir echt nicht viel geschlafen haben die letzten 2 Nächte und es ist ne Party in nem Club, ganz in der Nähe von uns, den ich gerne mal testen würde. Da geht’s später noch hin 😉

Es lief 80/90iger Mukke, Michael Jackson, Celin Dion,…

Nach dem Auftritt hat Jose uns wieder nachhause gefahren und auf dem Weg uns noch DSC_0727[1]einen Platz (Insidertipp) gezeigt, von dem man einen richtig schönen Blick auf Lissabon und den Tejo hat. Nach einem ausgiebigen Mittagsbubu sind Tida und ich gegen 18 Uhr zur LX Factory gesteppt in der Hoffnung, dass heute der Flohmarkt stattfindet. Und TADAAA! Es war Flohmarkt 🙂 So langsam kommen wir rein. Es lief 80/90iger Mukke, Michael Jackson, Celin Dion,… Es gab Second Hand, Vintage, Platten. Ich bin traurig, dass ich hier keinen Plattenspieler habe, sonst hätte ich mir gleich die Best of Beatles-Hits Platte zugelegt, die ich in der Hand hatte. In einem Gebäude sind wir in den 4. Stock gelatscht, da war dann auch noch mal ein bisschen Flohmarkt und ein Balkon mit einem richtig tollen Blick auf den Tejo. Überall nur lässige, hippe Leute. An einer Wand malt und Sprayed ein Typ ein fettes Kunstwerk (sah cool, aber auch gruseliDSC_0729[1]g aus), woanders entdecke ich einen Flyer für Yoga, jeden Dienstag und Donnerstag (erste Stunde ist gratis). Yoga auf portugiesisch könnte bestimmt lustig werden 🙂 Ich bin einfach mega Fan von der LX Factory ❤

 

 

Eine Stunde wie zuhause

Gerade waren Tida und ich mit Janina und Sophia feiern. Jaaaa, kaum ne Woche da schon ist Weiterstadt zufällig auch in der Stadt, die ich, seit einer Woche nun schon, mein zuhause nennen darf 🙂

Ich hab mich eine Stunde wie zuhause gefühlt

Natürlich haben wir uns getroffen und wollten gemeinsam Lissabons Nightlife unsicher machen! Also schwups nach Bairro Alto, bisschen rumgelaufen, und einfach nen super guten Abend gehabt. Angefangen mit Janinas Satz „Ich bin für diese abgeranzte Bar, da“ und meine hysterische Antwort „Das ist die Toikabar!!!“ – Erst einmal ein Bier (Diesmal nur ein kleines :D) – über die Bar daneben, in der wir uns eine Liveband gegeben haben (Stimmung super. Daumen hoch) zum erneuten Einkehren in die Troikabar (Just für einen Drink to go), zum Acapela Club. Da sind wir rein, weil Janina im vorbei gehen den Beat so gut fand……und Leute! Es war der Hammer! Tanzfläche viel zu klein, viele Leute, aber egal. Ich hab mich eine Stunde wie zuhause gefühlt. Original Level 6! Und genau das habe ich gebraucht. Ich wollte da gar nicht mehr raus. Und bin jetzt immer noch so glücklich über diese eine Stunde rave like being at home ❤

haut der Typ einfach noch AKA AKA raus! Ich hab echt nichts mehr geglaubt

Den DJ habe ich dann auch gleich gefragt wo ich hingehen muss, wenn ich so Musik feier. Schließlich ist mein Motto beim Feiern „auf der Suche nach dem Techno“. Und als wir gerade gehen wollten haut der Typ einfach noch AKA AKA raus! Ich hab echt nichts mehr geglaubt. Naja, wir sind dann doch weiter gezogen…..auf die rote Straße, in nem Club noch was zu Trinken geholt und haben uns an den Tejo gechillt. Irgendwie waren wir doch echt müde. Janina und Sophia müssen in 4 Stunden wieder raus, die 2 machen morgen nochmal richtig Touritag und Tida und ich, ja wir haben morgen auch nochmal Probe für den Auftritt am Sonntag. Also hieß es Abschied nehmen und für uns ging’s dann mit dem Taxi nachhause. Ich fand den Abend, obwohl er nicht lang war, echt schön und werde jetzt so happy einschlafen, einfach weil mich diese eine Stunde Acapela Club aka Level so unfassbar glücklich & zufrieden gemacht hat!

Ich hop’s dann mal ins Meer

Nein, richtig rein gesprungen bin ich nicht, aber nachdem es gestern übertrieben warm war und wir schon geplant hatten am nächsten Tag, nach der Arbeit ins Meer zu stürzen, hat es heute Morgen geschüttet wie aus Eimern. Den Tag über war es dann eher bedeckt und mild, also kein Bikiniwetter.

Wo will ich hin? Ja, genau! Wo wollen diese Füße hin?

 

Trotzdem habe ich mich vorhin, zumindest mit den Füßen in den AtlaDSC_0651[1]ntik gestellt. Und während ich da so stand, in der Dämmerung, am Strand von Caxias und die Wellen nicht nur meine Füße, sondern auch meine Hose nassmachten, habe ich mich nicht nur gefragt wo ich gerade stehe – also nicht im Meer, sondern im Leben –  sondern auch was ich bis jetzt gemacht habe….was erreicht? Wo will ich hin? Ja, genau! Wo wollen diese Füße hin? Und ich habe keine Ahnung.

Knackpo ich kommeeeee!

Auch nur so lanDSC_0659[1]g konnte ich nachdenken, da dann Tida von hinten rief, ob ich ein Foto von ihr machen könne. Also Foto gemacht, sandigen Füße in die klatschnassen Schuhe gesteckt und ab ging’s mit der Bahn nachhause. Warum meine Schuhe nass waren? Tida und ich haben uns trotz mega Dauerregen heute morgen aus dem Haus gewagt und sind in die Stadt gefahren. Finanzielles regeln und unsere Moch-Karte (unser Handykartenbetreiber) registrieren. Weil wir ne deutsche Ausweisnummer haben, geht das im Internet nicht. Durchfragen und rumlaufen – alles gefunden. Noch eben mal kurz an ner H&M Shoperöffnung vorbei gekommen, Sandwich gekauft, in Zug gesetzt, ab auf die Arbeit. Da hieß es wie gestern schon 4 Stunden African Dance. Knackpo ich kommeeeee!

und dann wurde auf live getrommelte Musik getanzt. Das Feeling ist der Hammer! Sollten wir zuhause auch mal machen.

Aber fang ich doch mal vorne an. Also bei Dienstag. Am Dienstag habe wir uns in Sportklamotten geschmissen und waren gewillt voll und ganz durchzustarten. Um halb 2 waren wir bei Batoto Yetu haben ein bisschen gequatscht und wurden dann um 2 Uhr mit allen Kindern vom Bus abgeholt, der uns zu dem Gebäude gefahren hat, wo wir jeden Tag trainieren. Aufwärmen, Schritte lernen und bestaunen wie hier die kleinsten schon ihren Hintern bewegen können, als wäre es nichts Besonderes. Wir haben in 4 Stunden einen kompletten Tanz gelernt und das ganze ist echt nicht so einfach. Die Bewegungen sind ungewohnt und man muss echt mit seinem gesamten Körper tanzen. Die Knie in die Luft reißen, die Arme schwingen und fast alles hüpfen. Bei Marisa und Jessica (die beiden Trainerinnen) sieht das einfach mega geil aus! Bei uns…..NAJA 😀 Nach etwa 2 Stunden kamen dann 2 Trommler und dann wurde auf live getrommelte Musik getanzt. Das Feeling ist der Hammer! Sollten wir zuhause auch mal machen. Ich möchte auf jeden Fall trommeln lernen! Um 18 Uhr kam dann wieder der Bus und hat uns abgeholt. Danach haben wir uns dann auch gleich auf den Heimweg gemacht, weil uns unsere Vermieterin einen neuen Schlüssel geben wollte. Allerdings hat uns dann Susana angerufen, dass sie und den Schlüssel unter die Fußmatte legt, egal 🙂

Tida hat sogar ein Küsschen bekommen

Ja und heute war dann das Gleiche angesagt. 4 Stunden Tanzen. Und wir haben einen Neuen Tanz gelernt und den alten, oh Gott, da hab ich die Hälfte schon nicht mehr hinbekommen 😀 Nach 2 Stunden kam wieder jemand und hat getrommelt. Ein super netter Typ. Riesengroß und breit. Er sieht aus wie ein super chilliger Jamaikaner mit Rastas und kann auch Englisch 🙂 Nachdem uns der Bus wieder abgeholt hat, haben wir dann in Batoto Yetu mit den Kindern gespielt. Irgendein Spiel bei welchem einer in der Mitte steht (Carlos) und ein Tuch hoch hält. Es gibt 2 Teams. Auf jeder Seite eins. Jeder aus dem Team hat eine Nummer. Wenn Carlos die Nummer ruft, muss diese versuchen das Tuch zu ergattern ohne von der gegnerischen Nummer gefangen zu werden. Dann gibt’s nen Punkt. Tida und ich durften unsere Gruppen wählen und die Kids waren so süß. Als Carlos das Spiel noch erklärt hat, hatte ich schon eine Kleine an der Hand die meinte, dass sie unbedingt bei mir in der Gruppe sein möchte. Und so haben sie sich auch tierisch gefreut wenn wir sie gewählt haben und sind zu uns gerannt. Tida hat sogar ein Küsschen bekommen 😀

einer fängt an zu heulen und 3 beschweren sich kontinuierlich

Naja, meine Gruppe ließ dann beim Kampfgeist eher zu wünschen übrig. Erstmal hat die Hälfte ihre Nummer wieder vergessen, die eine hört einfach irgendwann auf, weil sie keine Lust mehr hat, einer fängt an zu heulen und 3 beschweren sich kontinuierlich 😀

Ich habe dann den Kids noch ein bisschen beim Kicken zugeschaut und dann haben wir noch ein paar Minuten bei, wir haben es getauft „Fitness mit Vega“ (Carlos wird meist einfach nur Vega genannt und macht jeden Tag von 7 bis 8 Uhr mit den Müttern aus der Nachbarschaft Fitness) zugesehen. Am Freitag machen wir da auch mit 😉

weiß ich, dass das was ich da tue irgendwie richtig ist

Es sind die kleinen Momente, die mir zeigen, dass das schon alles klappen wird. Am Anfang hatte ich ja ein wenig Angst, dass die Kinder einen nicht akzeptieren könnten, aber wenn die kleine Vivien zu einem kommt und ihre Chips anbietet, Nono (Eleonora) im Bus erst woanders sitzt und dann extra den Platz wechselt nur um neben mir zu sitzen, oder Lara beim wählen der Gruppen nach meiner Hand greift und sie für die nächsten 10 Minuten nicht loslässt, weiß ich, dass das was ich da tue irgendwie richtig ist und die nächsten 6 Monate echt gut werden können. Abgesehen davon tun mir bei jedem Schritt die Waden weh 🙂

 

Jetzt hängt ihr alle an meiner Wand

Ist das nicht schön? Alle seid ihr an meiner Wand und mit den ganzen Fotos auch alle Erinnerungen an wunderschöne, lustige und verrückte Momente/Ereignisse.

Ich würde gerne mit meine Mädels im Cafe ein Puddingtörtchen essen oder mit den Jungs am Tejo abhängen

Als ich gerade unter der Dusche stand hatte ich zum ersten mal sDSC_0646[1]o etwas wie Heimweh. Nicht weil es mir hier nicht gut geht, nein im Gegenteil! Weil ich diese wunderschöne Stadt gerne mit den Menschen Teilen würde, die ich liebe. Die Vorstellung, nicht einfach sagen zu können: „ Hier, heute Abend treffen wir uns zum Burger essen in der LX Factory, oder am Freitag geht einer drauf in Bairro Alto“ tut weh. Ich würde gerne mit meine Mädels im Cafe ein Puddingtörtchen essen oder mit den Jungs am Tejo abhängen, mit meinen Schwestern über den Flohmarkt laufen (ich hoffe mal diesen Sonntag findet er statt :)) und einfach nur wissen, dass ihr nur höchstens 15 Minuten von mir weg seid. Nicht 3 Stunden Flug!

How was your day?

Aber jetzt mal zu gestern 😉

schwups ist da ne fette Parade mit Pferden vorm Palast des Präsidenten

Gestern war unser erster Tag als Volunteer. Morgens sollten wir uns um 9:30 Uhr mit Susana am CCB treffen. Ein riesiges Kulturzentrum am Tejo. Ja, erster fail des morgens, der Ticketautomat hat kein Papier mehr und wir hatten ja unsere transportationcard noch nicht. Wir wollten in die Bahn einsteigen und haben den Kontrolleur gefragt, ob wir bei ihm ein Ticket lösen können. Nein! Abgesehen davon konnte der Mann kein Wort Englisch. Ich hab erst einmal Susana angerufen und ihr gesagt, dass wir uns verspäten, aber gucken wie wir das Problem lösen… Dann war am Automat ein richtig netter Mann, der uns erklärt hat, dass es noch Tickets gibt, nur kein Papier mehr für die Quittung da ist. ACHSOOOOO…..ja okay 🙂 Wir also nen Ticket gezogen und der Mann selbst hatte kein Geld für ein Ticket und hat gefragt, ob ich ihm eine Kleinigkeit geben kann, dass ihm weiter hilft. Ich habe iDSC_0645[1]DSC_0644[1]hn gefragt wie viel sein Ticket kostet, weil der Gute bis jetzt 5 Cent zusammen gesammelt hatte…. Er meinte 2 Euro Eppes und ich so jou, drück ihm 3 Euro in die Hand und bedanke mich, für seine Hilfe. Eingestiegen, ausgestiegen, durch den Park gesteppt, schwups ist da ne fette Parade mit Pferden vorm Palast des Präsidenten. Ach ich sag doch immer alles passiert wie es muss! Wären wir pünktlich gekommen, hätten wir die verpasst 🙂

Im CCB haben wir dann bei 2 Fortbildungen für Lehrer zugeschaut, die von Batoto Yetu organisiert werden. African Dance und Trommeln. Richtig cool!

Zugucken geht auch mit Sprachbarriere

Mittags haben wir uns dann mit unserer nun erworbene transportationcard aufgemacht und sind nach Caxias gefahren. Nach einem organisatorischen Plausch mit Susana ging es mit Leila, die kein einziges Wort Englisch spricht, in das Gebäude, in welchem jetzt die ganze Woche für den großen Auftritt am Sonntag geprobt wird. Ohne etwas zu verstehen, war das ein bisschen schwierig, aber Zugucken geht auch mit Sprachbarriere. Am Nachmittag sind wir mit einem Umweg über den Kindergarten, um Leilas kleine Schwester abzuholen (Oh mein Gott ist die süß!), wieder zu Batoto Yetu. Dort haben wir Marta kennen gelernt, sie arbeitet auch dort. Dann habe wir noch ein bisschen mit Carlos und den Kids abgehangen. Ein bisschen Englisch mit ihnen geredet, damit sie darin besser werden und ich habe mich dann auch noch in den Anfängen von African Dance probiert. Hier tanzen das auch die Jungs und die haben dann versucht es Carlos und mir beizubringen 😀

Um 19 Uhr sind wir dann nachhause und beim Bahnfahren habe ich die ganze Zeit aus dem Fenster aufs Meer geschaut. Wie schön es hier einfach ist!

dass es glaube ich ganz sympathisch wirkt, wenn wir uns einfach   mal ein bisschen zum Affen machen

Heute geht’s dann richtig ab! Tida und ich werfen uns in Sportklamotten und wollen heute bei der Probe versuchen richtig mit zu tanzen. Das sieht leicht aus, was die da so machen, aber ich glaube das wird richtig schwer! Vor allem, dass es gut aussieht 🙂 Aber ich habe gestern gemeint, dass es glaube ich ganz sympathisch wirkt, wenn wir uns einfach mal ein bisschen zum Affen machen 😉

In diesem Sinne….Adeus und ich liebe euch ❤