Jetzt treffen wir schon Leute im Bus

Ich bin erkältet! Und da frische Luft ja bekanntlich die beste Medizin ist, war ich gerade ein bisschen draußen. Nachdem ich den ganzen Tag im Bett verbracht habe und heute ist wirklich hammer Wetter, habe ich mich zu einem Spaziergang aufgemacht.

Schon die ganze Zeit wollte ich mal zu dem Park, der nicht weit von uns sein soll. Nur DSC_0783[1]über die Straße und ne Straße hoch. Sah zumindest auf dem Plan so aus. So ähnlich ist der Weg auch, knapp 10 Minuten, dann ist man da. Und der Park ist richtig schön. Palmen, viele Bäume, dazwischen breite Wege, ein Ententeich und in der Mitte eine große Wiese zum relaxen. Daneben liegt auch irgendein Schlösschen oder sowas, das Tor war zu 😦 Es ist wirklich wie ein kleiner Wald, in der Stadt. Aus dem Park raus nur über die Straße ist auch nochmal ein kleiner Platz, von dem man wieder einen super Blick auf Alcantara, den Tejo, die Brücke und super Jesus hat. Da stand ich dann locker 20 Minuten, habe die Aussicht genossen und die unzähligen Autos, die über die Brücke gefahren sind beobachtet.

DSC_0786[1]Alle rennen irgendetwas hinterher. – Ich will nicht hinterher rennen, (…). Vielleicht möchte ich auch nur mein eigener Teil sein und das ist mir genug.

Alle wollen sie von A nach B und das möglichst schnell. Aber warum? Keine Zeit. Alle rennen irgendetwas hinterher. Einem perfekten Lebensplan, der Karriere, einem Körperideal, Geld, Werten und Normen, der perfekten Anpassung an die Gesellschaft, Zielen, die man vielleicht nie hinterfragt hat. Zielen, die man sich vielleicht selbst nie gesteckt hat, ohne es zu merken. Ich will nicht hinterher rennen, ich möchte Teil von etwas sein. Oder vielleicht noch nicht mal. Vielleicht möchte ich auch nur mein eigener Teil sein und das ist mir genug.

Wenn ich tanze, bin nur ich da und alles um mich herum erlischt.

Deshalb liebe ich es auch so zu Tanzen. Wenn ich tanze, bin nur ich da und alles um mich herum erlischt. Da ist es nicht wichtig, ob mich jemand aus der Ecke anguckt, ob 10 oder 20 Leute auf der Tanzfläche stehen (okay, außer es wird zu eng) oder ob mir die Füße weh tun. Wenn ich tanze bin ich im Moment und denke nicht an Gestern oder Morgen. Ich vergesse alle Probleme, die der Welt und meine eigenen und am schönsten, ich vergesse die Zeit. Ich renne nicht hinterher, ich bewege mich auf der Stelle uDSC_0773[1]nd es fühlt sich verdammt gut an.

Nur ich, der Beat und meine Füße, die mich in eine andere Welt tragen.

Und das ganze kann ich nun mal am besten zu Technomusik. Warum? Da ist kein stressiger Text, kein abgechecke (uuuhhuuu heute sind alle so sexy bla, bla….), kein Break, alles geht ineinander über (wenn der Typ hinterm Mischpult alles richtig macht), kein Ende. Nur ich, der Beat und meine Füße, die mich in eine andere Welt tragen.

Für andere ist es wohl einfach nur anstrengender Lärm. So auch für Tida, aber trotzdem sind wir am Samstagmorgen um 6 Uhr zur Afterparty ins Kremlin gegangen. Einer der berühmtesten Clubs Lissabons. Und es war wundervoll! Aber fangen wir doch von Vorne an……

Donnerstag

Ich liebe es mit dem Zug zu fahren. Wenn ich da so sitze, aus dem Fenster auf den Tejo bzw. das Meer schaue und Musik höre wünschte ich die Fahrt würde nie enden….. Ja, so wie am Donnerstag. Da saßen wir auf dem Weg DSC_0749[1]zur Arbeit aus Versehen im falschen Zug und sind an Caxias vorbei gefahren. Auch hier gibt es so etwas wie Regionalbahn und Regionalexpress. Es wird auch nie langweilig 😀 Mit Umsteigen und Zurückfahren, sind wir dann doch angekommen und ich habe mich mal an mein Sprachen-Memorie gemacht und Tiermotive gesammelt und ausgedruckt. Später in Pombal habe ich Marta (sie ist 14 Jahre) bei den Englischhausaufgaben geholfen und danach habe ich sie gefragt, ob ich Portugiesisch vorlesen kann und sie mich korrigiert. Das haben wir dann locker eine Stunde gemacht und Marta war sehr geduldig mit mir. 🙂

Unsere neue Mitbewohnerin stand mit Sack und Pack und ihrer Familie vor der Tür.

Abends um 9 Uhr klingelte es auf einmal an der Tür. Unsere neue Mitbewohnerin (Anna, 27 Jahre, Spanierin) stand mit Sack und Pack und ihrer Familie vor der Tür. Die fragte uns dann erst einmal, ob Maria (unsere Vermieterin) uns nicht Bescheid gesagt hätte. Nein, dementsprechend habe ich auch geguckt wie ein Auto, als die da alle vor der Tür standen 🙂 Naja, rein mit der Guten, Maria kam 5 Minuten später dann auch und ich hab mal gefragt, ob es in Ordnung ist, wenn Freunde von mir hier wohnen, wenn sie Lissabon besuchen wollen. KLAR!!!! Also los ihr Schlaviener, besucht mich und macht diese grandiose Stadt unsicher! 😉

Die Omi (unsere Haushälterin) Donna Emilinda, oder wie ich auch gerne mal sage Donna Leon, kam auch am Donnerstagabend mit Maria und nunja, die Gute ist einfach bis heute geblieben. Also irgendwie wohnt die Omi hier halb. Das müssen wir noch klären……

FreitagDSC_0758[1]

Auf der Arbeit haben wir an dem Memorie weiter gearbeitet und danach habe ich mit DSC_0751[1]den Jungs draußen ein bisschen Basketball gespielt. Später haben zwei Mädels auf Musik getanzt und irgendetwas geübt. Tida hat versucht mitzumachen und zwischen drin haben wir immer wieder so eine süße kleine Zuckerschnecke auf dem Arm gehabt. So ein richtiges H&M Katalog Baby. War die kleine Schwester von einem Mädchen. In Caxias war auch ein Fest mit Buden und Zelt direkt vor Batoto Yetu. Auf dem Heimweg haben Tida und ich uns Armbändchen an einem Stand gekauft.

Jackpot – Einheimische! Ich versuche möglichst portugiesische Menschen kennen zu lernen

DSC_0767[1]Nach Einkauf, Essen und ner halben Stunde/ Stunde Powernap, habe wir uns fertig gemacht und sind nach Bairro Alto gefahren. Dort haben wir Rodrigo getroffen, dem ich Mittags schon geschrieben hatte, ob wir nicht zusammen was machen wollen. Rodrigo und David hatte ich letzten Sonntag im Opart kennen gelernt. Die beiden waren super nett und Rodrigo hatte mir seine Nummer gegeben. Jackpot – Einheimische! Ich versuche möglichst portugiesische Menschen kennen zu lernen. 1. kann ich so Portugiesisch lernen und 2. kennen die sich super aus 3. habe ich dann Freunde in Lissabon, die ich nach meiner Zeit hier, besuchen kann 🙂 Rodrigo war natürlich auch nochmal mit einigen Leuten da, so haben wir gleich mehr kennen gelernt. Mit denen sind wir dann durch Bairro Alto gezogen und uns wurden so viele Plätze/Bars gezeigt. Es war richtig gut von einem Einheimischen eine Stadt-/Kneipenführung zu bekommen. Zwischen drin haben wir auch David wieder getroffen. Irgendwann waren wir dann wieder auf der roten Straße, haben in einem Schuppen bisschen auf 90iger Mukke abgedanced und dann ne Weile gechillt. Das viele Rumgelaufe war ganz schön anstrengend, ich war ja immer noch ganz schön angeschlagen. Als da dann langsam alles zu gemacht hat meinte Ricardo, ein Freund von Rodrigo, der fast die ganze Zeit mit uns unterwegs war, dass die Afterparty vom Europa (ein Club auf der roten Straße) im Kremlin ist.

Schließlich ist es der berühmteste Club Lissabons! Sie mag zwar die Musik nicht, aber mal 5 Minuten gucken, so Touristen mäßig geht ja wohl

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„Kremlin-Toiletten-Pic“ Tida, ich & irgendeine Portugiesin
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Ich, Tida & Ricardo
Tida, Rodrigo und ich also mit dem Bus zum Kremlin gefahren (liegt zwischen Bairro Alto und unserem Zuhause) und uns da noch ne Stunde auf ne Parkbank gesetzt. Der Laden hatte noch nicht auf, war ja erst 5 Uhr. Um 6 Uhr kam dann auch Ricardo an und meinte, ja Leute ihr müsst ja auch zum Hintereingang 😀 Okay, kein Wunder, dass der Schuppen zu aussah. Davor standen wir dann ne Weile, es hieß dass es 10 Euro Eintritt kostet und 10 Euro für 2 Stunden….neeeee. Aber Rodrigo meinte wir sollten mal fragen, es kann sein, dass Ladys keinen Eintritt zahlen. Ich meinte dann zu Tida, ob wir mal kurz rein wollen, nur um den Laden mal gesehen zu haben. Schließlich ist es der berühmteste Club Lissabons! Sie mag zwar die Musik nicht, aber mal 5 Minuten gucken, so Touristen mäßig geht ja wohl 🙂 Genauso war es dann auch. Wir mussten keinen Eintritt zahlen und der Club sieht so geil aus. Wie ein Gewölbe mit riesigen ägyptischen Figuren vom Boden bis zur Decke. Richtig stimmungsvolle Beleuchtung und die Anlage Leute. Leute, diese Anlage! Ja, die rumst. Nachdem wir auf Toilette waren (Holzschwingtüren, die man nicht abschließen kann und über die ich auf Zehenspitzen drüber schauen kann, Wasserhahn mit Fußpedal) habe ich Tida gefragt, ob sie etwas dagegen hat, wenn ich kurz für 5 Minuten die Tanzfläche rocke.

Verrückt, jetzt treffen wir schon Leute, die wir kennen im Bus.

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David & Ich
Gesagt, getan und dann sind wir einfach noch fast 3 Stunden geblieben. Ich habe extrem die Musik gefeiert und Ricardo hat Tida laufend zum Tanzen animiert so das die auch ihren Spaß hatte und die ganze Zeit meinte, Resi ich melde mich, wenn wir gehen sollen 🙂 Um kurz vor 9 Uhr sind wir dann gegangen. Nicht weil ich nicht mehr wollte, sondern weil ich echt fertig war. Meine Erkältung machte sich langsam so bemerkbar, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte. In den Bus eingestiegen, um nach Haus zu fahren, treffen wir David mit seinen Leuten wieder. Verrückt, jetzt treffen wir schon Leute, die wir kennen im Bus. Hammer! Und wundervolle Zufälle. Die meinten, dass sie gerade auf dem Weg zu ner After sind. Wir also mit an der nächsten Bushaltestelle ausgestiegen und über die Straße gesteppt. Dröhnt aus der Hausfassade einfach ein fetter Beat. Ich glaub’s nicht, Lissabon ist top! Von einer Afterparty zur nächsten 😀 Die Guten habe sich dann erst einmal auf ne Bank davor gesetzt und wir sind noch 5 Minuten geblieben, haben aber dann beschlossen doch zu gehen. Wir waren echt durch, aber auch irgendwie total wach. Zuhause ging’s dann nach nem Frühstück, doch ins Bett 🙂

Und das Ding ist wohl das futuristischste Einkaufszentrum, dass ich je gesehen habe. Frankfurter Flughafen² !

Samstag

Nachdem der halbe Tag unserem Schlaf gewidmet wurde, haben wir uns abends zum Centro Comercial Vasco da Gama aufgemacht. Ruth hatte von diesem Shoppingcenter geschwärmt und ich hatte eigentlich einfach nur Lust mich auf irgendeine Parkbank ins Grüne zu setzten. Gut, in dem Ding soll’s auch einen Garten geben „und dann habe wir beides“ waren Tidas Worte. Also mit Bus und Metro ab zum Shoppen. Und das Ding ist wohl das futuristischste Einkaufszentrum, dass ich je gesehen habe. DSC_0782[1]Frankfurter Flughafen² ! Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick auf den Tejo und Geschäfte, sowie Restaurants gibt’s genug. Nur den Garten, ja, den hab ich nicht gesehen…. Um 0:30 Uhr waren wir dann wieder zuhause und wirklich nicht in der Lage wieder feiern zu gehen. Also hieß es entspannen und schlafen gehen 🙂

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