Eine Welle voll Glück

Jetzt verstehe ich den Hype den alle Welt ums Surfen macht. Alter, ist das geil! Gestern morgen sind Tida und ich los nach Carcavelos. Jelena war dort letzten Samstag surfen und hatte mir den Flyer der Surfschool da gelassen. Und da vermutlich jeder mich fragen würde, warum zur Hölle ich in diesem halben Jahr kein einziges mal Surfen war, musste ich das Ganze wohl oder übel mal ausprobieren, damit ich sagen kann „Ja, habs mal gemacht. War nicht so mein Ding.“ Ich hätte ja echt nicht gedacht, dass ich darin ansatzweise gut bin…. Bin ja weder Skateboard, Longboard noch Snowboard (okay, einmal mit 10, aber das gilt nicht) gefahren.

aber wenn du dann stehst und auf der Welle surfst ist das ein so unfassbares Glücksgefühl. Du denkst die ganze Welt gehört dir

Rui unser Lehrer hat erst ein paar Aufwärmübungen gemacht (Laufen, Strechen), dann uns die drei Schritte zum auf dem Board stehen erklärt und die Sicherheitsregeln. Dann gings ins Wasser und die erste Welle hab ich mal eben im Sitzen erledigt. Aufstehen habe ich irgendwie nicht hinbekommen. Die 2. ebenfalls und dann hats mich einmal voll runter gehauen. Aber genau das habe ich wohl gebraucht um danach aufzustehen und bis zum Strand zu surfen. Klar, hilft dir der Lehrer, schubst dein Brett ordentlich und sagt wann du aufstehen sollst, aber wenn du dann stehst und auf der Welle surfst ist das ein so unfassbares Glücksgefühl. Du denkst die ganze Welt gehört dir 🙂 Ich wollte gar nicht mIMG_20141024_142924[1]ehr aufhören! Rui hat mich immer gefragt, ob ich müde bin oder alles in Ordnung ist und ich immer „Nein, los weiter geht’s!“ Das ganze natürlich auf portugiesisch, was er sehr sympathisch fand 😀 Tida war nicht ganz so erfolgreich wie ich und hat zwischen drin versucht sich mit chilligem, auf dem Brett, im Wasser treiben, davon zu stehlen :D, aber Rui hat sie erwischt, da mussten wir erst einmal alle lachen 😀

Und wenn ich in den Lissabonner-Morgen-Himmel schaue, ist eh alles gut und mein Herz glüht, wie die Sonne am Horizont

Als die Stunde zu Ende war und Rui aus dem Wasser ist, meinte er „Los, die letzte Welle machst du ohne mich!“ Hat nicht geklappt. Wann genau man da los muss, ohne das es zu früh, oder zu spät ist, hab ich nach meiner ersten Stunde surfen noch nicht raus, aber es wird definitiv nicht meine letzte Stunde gewesen sein! Ich habe meinen Sport gefunden, Freunde! Und so habe ich noch den ganzen gestrigen Tag auf einer quasi Glückswelle verbracht. So unglaublich happy und lebensfroh, nur am grinsen 🙂 Die Abgeschlagenheit, der letzten Tag war wie weggeblasen. Schon morgens beim Aufstehen wusste ich, ich bin wieder da! Das wird mein Tag, das wird mein Wochenende! Und wenn ich in den Lissabonner-Morgen-Himmel schaue, ist eh alles gut und mein Herz glüht, wie die Sonne am Horizont 🙂 Ich sollte öfters früh aufstehen, denke ich immer wieder. Nur um den Himmel zu sehen 🙂

Abends haben wir mit den älteren Jung in Batoto Yetu geredet, da diese ja unsere eigentliche Zielgruppe für unsere Arbeit in Batoto sind/bzw. Sein sollen. Hugo meinte schon, dass es echt schwer ist mit ihnen irgend etwas zu machen. Eigentlich hängen sie nur ab, spielen mal ne Runde Tischtennis (Ach, da habe ich mir übrigens gestern auch mal die Regeln erklären lassen und danach erfolgreich 11:0 verloren 😀 ) und das wars. Tida und ich haben gemeint, dass wir mit ihnen gemeinsam etwas organisieren wollen und nicht einfach, ohne ihren Input Dinge vorschlagen/machen werden. Vielleicht bekommen wir es so hin, dass die Boys auch mal was anders machen, außer Gammeln. Also saßen wir abends zusammen, haben geredet und dafür, dass wir dachten, dass sie so gar kein Interesse an der ganzen Sache haben, waren wir danach super positiv gestimmt, da echt ein paar Ideen von den Jungs kamen, was sie gerne mal machen würden. Hauptsächlich sportliche Sachen, wie ein richtiges Basketballteam, oder einen Wettkampf, bei welchem die verschiedenen Viertel gegeneinander antreten. Ob wir das ganze in die Tat umgesetzt bekommen ist ja etwas ganz anderes, aber für unser Ziel mit den Jungs zu reden und Ideen zu sammeln, war der gestrige Abend ein voller Erfolg!

Wir wissen ja, in Lissabon kann man nichts planen und meist kommt alles anders, aber man kann immer etwas Gutes mitnehmen

Jetzt mache ich mich gleich auf und hoffe, dass ich es dieses mal bis zum Campo de Santa Clara schaffe. Jeden Dienstag und Samstag soll da, laut Reiseführer ein Flohmarkt sein und die Igreja de Santa Engrácia direkt daneben, soll von ihrer Kuppel aus, einen tollen Ausblick bieten. Na dann los! Ob, ich da auch wirklich lande? Nobody knows. Wir wissen ja, in Lissabon kann man nichts planen und meist kommt alles anders, aber man kann immer etwas Gutes mitnehmen ❤

Vamos!

Hinterlasse einen Kommentar