Irgendwie fühle ich mich gerade ausgelaugt, nicht fit, voller Energie und Optimismus strotzend, wie sonst. Klar, so Tage hat man manchmal, aber warum auch immer, habe ich gerade Angst, dass es morgen nicht weg sein wird. Ich habe ewig nicht mehr geschrieben, ich weiß. Jelena war da und letztes Wochenende hatte Batoto Yetu auch den großen Auftritt im CCB. Ich war also ein wenig beschäftigt, könnte man sagen. Es war richtig schön, dass ich Besuch aus der Heimat hatte, von einem Menschen, der mich schon länger kennt, als 6 Wochen und als ich sie gestern bis Cais de Sodré begleitet habe, damit sie dort mit dem Aerobus zum Flughafen fahren kann (die Metro hat gestreikt. Was wir auch erst vor Ort erfahren haben) und danach alleine zurück gefahren bin, habe ich mich auf einmal furchtbar einsam gefühlt.
Campen mit allen, Festivals, Klassenfahrten, Urlaube…..Nie hatte ich das Gefühl, danach eine Pause zu brauchen. Eine Pause von Action, eine Pause von Leuten.
Schon komisch, was einem auf einmal fehlt, was man vorher nicht vermisst hat. 5 Nächte sein Bett zu teilen, 24 Stunden mit einer Person zusammen sein, sich darüber einigen wo man hingeht, was man isst. Seit ich hier bin mache ich so viele Dinge alleine, die ich vorher niemals alleine gemacht habe. Alleine feiern gehen, alleine Plätze in Lissabon entdecken (Tourismus), alleine an Mauern stehen, die Aussicht genießen und nachdenken. Und ich mag es. Aber Dinge mit jemandem gemeinsam machen, kann unglaublich schön sein. Man ist nicht allein. Generell bin ich ein Mensch, der immer gerne Leute um sich herum hat. 7 Tage Malle, alle sagen „Jetzt ist aber auch gut, ich kann niemanden mehr sehen“, ich könnte noch länger bleiben. Campen mit allen, Festivals, Klassenfahrten, Urlaube…..Nie hatte ich das Gefühl, danach eine Pause zu brauchen. Eine Pause von Action, eine Pause von Leuten. Nein, ich liebe es unter Menschen zu sein, aber am schönsten ist es natürlich mit den Menschen, die ich meine Freunde nenne und die ich, schon seit Jahren kenne und für alle ihre Verrücktheiten liebe. Ja, das ist so das, was mir hier noch ein bisschen fehlt. Eine Crew, mit der ich abends durch Bairro Alto ziehen kann und mittags am Tejo abhänge. Aber vielleicht finde ich die ja noch 🙂
Oder ist man manchmal gemeinsam einsamer, als alleine?
Dienstag, letzte Woche, bin ich mit zur Probe ins CCB gefahren. Tida ist in Batoto geblieben, um dort den Kindern, mit
den Hausaufgaben, zu helfen. Die Probe war der Horror. Niemand wusste wo, wie, was und ich, natürlich noch weniger. Geschweige denn, was jetzt wirklich meine Aufgabe bei der ganzen Veranstaltung sein soll. So saß ich 3 Stunden hinter der Bühne, die Luft stickig und warm und dachte: „Was tue ich hier und warum können wir nicht einfach mit tanzen?“ Nach der ganzen Sache wurde mir dann gesagt, dass ich gar nicht hinter der Bühne helfen muss, sondern beim Empfang der Gäste dabei bin, usw… Mein Zugucken bei der Probe, war also vollkommen Sinn frei! Super!!! Um halb 9 bin ich aus dem CCB heraus gelaufen und habe mich auf eine Bank vor den riesigen Springbrunnen gesetzt und nachgedacht. Der Platz in Belem, der tagsüber nur so von Touristenmassen strotzt, war komplett leer und es war unglaublich entspannend einfach nur zu sitzen und dem Wasser zuzusehen, wie es in einer gewaltigen Fontäne in die Luft spritzt. Wenn mal jemand vorbei kam, war er nicht allein. Alle waren zu zweit unterwegs, sogar der Mann mit seinem Hund. Ja, auch er hatte einen Begleiter. Den Hund. Nur ich saß da ohne jemanden und war dabei so vollkommen zufrieden, dass ich mich gefragt habe, ob es die anderen wohl auch sind. Oder ist man manchmal gemeinsam einsamer, als alleine?
Mit dieser viel zu philosophischen Frage, lasse ich jetzt mal jeden, der das liest, alleine 🙂
Wir sind immer bei dir girl :*:*
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